Es ist alles gesagt

Liebe Leser,

vorgestern Abend war ich zu Gast auf dem Gitarrenfestival in Hersbruck. Ja, aufmerksame Leser haben es bemerkt, es ist schon wieder Mittwoch…

Wie in den vergangenen Jahren geben sich hochklassige Vertreter der Gitarrenkunst in Hersbruck ein Stelldichein. Mein Freund und Musikerkollege AM hatte Karten besorgt – unpräzise: “spendiert” muss es lauten! Dankeschön! – und es gab an diesem Montagabend “Gipsy Swing – Crossover”, eine nicht nur auf den ersten Blick gewöhnungsbedürftige Mischung. Zu hören war das “Joscho Stephan Trio” und das Duo “Hands on Strings”, welche sich die beiden Sets des Abends teilten, wobei das Joscho Stephan Trio den Abend eröffnete und beschloss. Durch diese Konstellation kam das durchaus fähige Duo in den zweifelhaften Genuss, sowohl NACH wie auch VOR Joscho Stephan zu spielen, eine Konstellation, die jeder vernünftige Gitarrist zu vermeiden sucht. Nun denn, ich werde dennoch zuerst über “Hands on Strings” schreiben:

Die beiden Gitarristen Thomas Fellow und Stephan Bormann schlossen sich Anfang des Jahrtausends zum Duo “Hands on Strings” zusammen. Beides hervorragende Instrumentalisten und Musiker produzieren sie durch den Zusammenklang von Follows Konzertgitarre mit dem regelmäßig wechselnden Instrument seines Duopartners Bormann einen mächtigen Sound, der streckenweise nach “Earl Klugh meets Pat Metheny” klingt, aber durchaus eigenständig. Obwohl sie – insbesondere Fellow – einen druckvollen und groovenden Bass intonieren können, wenn sie populäre Songs zitieren, ist es am schönsten, wenn sie ihre lyrische Seite herausstellen. das arg strapazierte, dennoch wunderschöne “Fragile” von Sting sei lobend erwähnt. Von launigen Ansagen aufgelockert und der Pause unterbrochen lieferten “Hands on Strings” eine feine Stunde hochklassiger Gitarrenkunst ab. Warum sich im meines Erachtens durchaus lockeren Zeitplan des Abends keine drei Minuten für die vehement geforderte Zugabe unterbringen ließen, bleibt ein Rätsel.

Nach dem auf diese Weise etwas rüde beendeten Gig der zwei Dresdner kam er zum zweiten Mal an diesem Abend auf die Bühne, der große Joscho Stephan. In der ursprünglichsten Trio-Besetzung, mit Vater Günter Stephan an der Daumen-betriebenen Rhythmusgitarre und dem Kontrabassisten Volker Kamp.

Volker Kamp aus Duisburg spielt seit einigen Jahren Kontrabass im Trio der beiden Mönchengladbacher Stephans und ist ein hart swingender Virtuose, dem der Meister bisweilen ein Solo überlässt.

Günter Stephan ist der inzwischen knapp 70jährige Vater von Joscho und von Beginn an mit auf Tour. Er spielt eine ausgezeichnete, rhythmisch präzise Gipsy-Rhythmusgitarre und NIEMALS ein Solo. Wie bereits auf meinem letzten Besuch bei einem Konzert von Joscho Stephan im Jahr 2013 hatte ich auch diesmal Gelegenheit, einige Worte mit dem Familienoberhaupt zu wechseln, der trotz Hunderten von bejubelten Konzerten ein bescheidener und sympathischer Gesprächspartner geblieben und immer für einen kleinen Plausch zu haben ist. Von dem Heer der leider viel zu oft namenlosen hervorragenden Gipsy-Rhythmus-Gitarristen unterscheidet er sich in zwei Dingen: Zum Einen spielt er niemals mit Plektrum, sondern schlägt die Saiten ausschließlich mit dem Daumen der rechten Hand an. Dies verhindert zwar manch rhythmische Kapriole, ergibt aber einen weichen, dennoch sehr “tighten” Sound. Wobei ihm der Daumen selbst ob der permanenten Beanspruchung wohl keine Probleme bereitet, eher die rechte Schulter. Durchaus vorstellbar bei der Schlagfrequenz, die bei einem Joscho Stephan Konzertabend zu leisten ist.

Und zum Anderen spielt er live immer nur eine seiner beiden Hoyer-Maccaferris (wirklich seltene Exemplare), obwohl doch der Shooting-Star der Maccaferri-Baumeister Jürgen Volkert aus Lauf dem Sohn regelmäßig wunderschöne Instrumente liefert.

Nun zum Meister selbst. War er schon vor fünf Jahren ein herausragender Gitarrist mit der Vorliebe für den Stil Django Reinhardts, der in diesem Genre noch Musiker wie Stochelo Rosenberg oder zumindest Bireli Lagrene neben sich duldete, so ist er zumindest aus technischer Sicht inzwischen ganz oben angekommen. Besser kann ein Mensch nicht Gitarre spielen! Der halb scherzhaft geäußerte Wunsch des die Veranstaltung anmoderierenden Klassik-Gitarristen Johannes Tonio Kreusch, den man sicher nicht zu den “Patzern” zählen kann, dass er “gerne mal einen Fehler im Spiel von Joscho hören würde”, blieb auch an diesem Abend unerfüllt.

Das Problem für einen Gitarristen wie mich hierbei ist, dass man wegen der geradezu außerirdischen Technik und Musikalität von Joscho schon angesichts der eigenen Unzulänglichkeit Bedenken hat, irgendwelche kritische Anmerkungen zu schreiben. Dasselbe Problem hat man übrigens auch mit dem Fingerstyle-Spezialisten Tommy Emmanuel. Das Gute an Joscho Stephan ist, dass er wirklich jeden nur erdenklichen Song in atemberaubender Geschwindigkeit spielen und für seine Soli aus einem offensichtlich gewaltigen Repertoire an abgefahrenen Phrasen und Licks schöpfen kann.

Das Problem dabei ist, dass er dies tatsächlich auch immer tut. Joscho Stephan macht formal alles richtig. Er spielt “für die Galerie”, also spektakulär, so dass auch ein stil- oder fachfremdes Publikum die Klasse des Meisters erkennen kann (mein Sänger SH hatte mir als durchaus hilfreichen Ratschlag schon vor 25 Jahren mit auf den Weg gegeben, dass Musikalität und eventuelle Virtuosität nicht nur besessen, sondern auch dargestellt werden müsse), er moderiert sparsam, aber freundlich und witzig-verschmitzt durch das straffe Programm und er zitiert in seinen Soli jede Menge bekannter Songs und Hits.

Und so stellt sich nach der letzten Zugabe (es waren zwei, für eine dritte hatte dann das überwiegend im Seniorenalter befindliche Publikum doch keine Geduld mehr) tatsächlich etwas ein Gefühl von Sättigung ein. Es ist alles gesagt! Was soll da noch kommen? Joscho Stephan hat jeden nur erdenklichen Ton gespielt, jede rasante Phrase gebracht und jeden Zitat-Kalauer (Stairway to Heaven…) gedroschen. Danach kommt nichts mehr.

Das schönste Lied des Abends war für mich übrigens nicht wie für viele die bluesige Version von Django Reinhardts “Nuages” (da kann man über die Interpretation geschmacklich geteilter Meinung sein), sondern das sparsame, aber wunderschöne „Bei dir war es immer so schön“ von Theo Mackeben. Und da bewies Joscho Stephan, dass er eben tatsächlich ein begnadeter Gitarrist und Musiker von Weltklasse ist und nicht nur ein Zirkusartist mit herausragender Technik.

Aber das ist eine andere Geschichte und soll ein andermal erzählt werden.

Euer

Gige

Eine Lanze für Facebook

Liebe Leser,

es ist heiß. Zu heiß. Echt zu heiß! Dennoch. In tapferster Pflichterfüllung ein paar Zeilen, die ich aus meinem dehydrierten Hirn gewrungen habe:

Vielgeschmäht, werbeverseucht, datensaugend und völlig uncool: Facebook. So wie es vor einigen Jahren nahezu unvorstellbar war, keinen (einzigen) Facebook-Account zu haben, so gilt zur Zeit – insbesondere unter jungen Menschen – das umgekehrte Credo. Total retro, völlig uncool. Instagram (kenn ich nicht, aber meine Tochter sagt, das sei viel cooler) ist angesagt. Doch zurück zum Mutterunternehmen (ich habe das Gefühl, dass diese Verbindung vielen Instagram-Nutzern gar nicht bewusst ist) Facebook:

Natürlich, zugegeben, die Flut an trivialen Beiträgen, gepimpten Bildern und mindestens zweifelhaften politischen Statements ist gigantisch und selbst im überschaubaren Freundeskreis (der Facebook-Freunde) kaum zu überblicken, aber dennoch…

Facebook hat im Laufe der letzten Jahre rein funktional gesehen nahezu alles realisiert, was man sich für ein Netzwerk bzw. einen Informationsdienstleister wünschen kann. Insbesondere ältere Semester, also ich zum Beispiel, die in den 1980ern zur EDV und speziell zu den Netzwerken gestoßen sind, stehen immer wieder mit großen Augen vor der multimedialen Wunderkiste. Der Computerbauer und Visionär Heinz Nixdorf, mein leider zu früh verstorbener erster Chef, hatte im Jahr 1985 einen Hochglanzprospekt für das Produkt NBN Nixdorf-Breitband-Netz drucken lassen, worunter er sich ein dienste-integriertes Breitbandnetz auf Glasfaserbasis vorstellte. NBN wurde niemals realisiert und ist daher eher eine Art Wunschzettel-Vermächtnis des Paderborner Computer-Bauers. Aber alle Dienste und Leistungsmerkmale, die man sich in diesen Jahren ausdenken konnte, und natürlich noch viel mehr, ist in Facebook gebührenfrei (ja, klar, man bezahlt mit seinen Daten) realisiert.

Facebook bietet:

  • Online-Präsenz zur Eigendarstellung für Personen und auch Firmen, mit den Komponenten Text, Bild und Videos
  • Kommentar- und Blogfunktionalität
  • Messenger für Text-, Bild- und Videonachrichten sowie Live-Telefonie
  • Offene und geschlossene Gruppen
  • Live-Video-Übertragungen
  • Trinkgeld oder Spenden per Button
  • Veranstaltungskalender mit Reservierungsplanung
  • Shop-Funktionalität
  • Integrierte Karten bzw. Navigations-Anbindung

und … ja, mehr fällt mir auf die Schnelle nicht ein. Aber ich kenne wahrscheinlich auch nur einen Bruchteil der Funktionen und nutze wiederum nur einen Bruchteil dieses Bruchteils.

Um einen losen Kontakt zu Freunden aufrecht zu erhalten, die sich im Laufe der Jahre irgendwo in Deutschland oder gar über die Welt verteilt haben, ist Facebook sicher ein geeignetes Netzwerk. Am ehesten mit einem öffentlichen Fotoalbum oder einer Litfasssäule zu vergleichen, wo man ja auch (in diesen Fällen allerdings ungebührlicherweise) Kommentare hinkritzeln kann, nur dass es in Facebook theoretisch die ganze Welt tun könnte, wenn es sie interessierte.

Manipulationen von Menschen aufgrund subtiler und individueller Filterung von Nachrichten oder anderem (siehe Facebook/Cambridge Analytica im Wahlkampf 2016) sind verwerflich und auf jeden Fall nicht zuzulassen. Aber mal ehrlich: Auch wenn zum Beispiel das vorsichtig gefilterte Zustellen von Nachrichten (also News), die nutzerspezifische politische Ansichten verstärken oder – je nach Absicht des Manipulators – auch entkräften mögen, zugegebenermaßen eine durchaus subtile Methode der Beeinflussung darstellt, wer kann denn in der heutigen Zeit noch so blauäugig sein, eine einzige Quelle seiner Information für neutral und ausgewogen zu halten?

Ok, ich höre den Chor: Viele, viele, viele, auf jeden Fall mehr als du denkst usw.

Die Einfalt, Manipulierbarkeit oder auch nur die Faulheit von Menschen jedoch dem Medium anzulasten, durch das solcherlei ausgenutzt wird, ist ein verständlicher Reflex, aber nicht die Lösung für eine individuelle menschliche Schwäche.

Insbesondere für praktizierende Musiker bietet Facebook mannigfaltige Möglichkeiten – allein die inzwischen von mehr als 66.000 Mitgliedern bevölkerte Gruppe “Jam of the week” ist ein Juwel im FB-Musiker-Kosmos – welche man sich in der Vergangenheit aus unzähligen Einzel-Lösungen hätte zusammenbauen müssen.

Und noch eins: Seit Mitte der 1990er Jahre ist es für Unternehmen und auch engagierte Privatpersonen unabdingbar, im Web präsent zu sein. In all den Jahren wurden unzählige Webpräsenzen on- und wieder offline gestellt und die Preis- und Design-Schlacht zwischen professionellen Designern, begabten studentischen Einsteigern und talentbefreiten Do-it-yourself-Pfuschern ist noch lange nicht geschlagen. Doch Facebook bietet eine echte Alternative! Die GUI ist zwar inzwischen auch für mäßig begabte Menschen kaum mehr zu durchschauen, aber zumindest sehen alle Facebookseiten im Prinzip sehr ähnlich aus. Und frisch gegründete Unternehmen aus den unterschiedlichsten Branchen müssen nicht mehr auf ihre multimediale Eigendarstellung im Internet samt Bewertungs- und interaktiver Kommentarfunktion verzichten, weil sie sich anfangs eben keine teure Werbeagentur leisten können.

In den Facebook-Hoch-Zeiten herrschte zumindest in den Bereichen Funktionalität und Design Burgfrieden, die Seite eines Siemens-Konzerns sah genauso (trist) aus wie die von Willis Pommesbude um die Ecke, da nutzten auch keine 100 Milliarden Umsatz.

Da es inzwischen durchaus möglich ist, sich von unliebsamen oder aufdringlich postenden Freunden geräuschlos zu distanzieren, bin ich der Meinung, dass wir – stets vorsichtig mit den persönlichen Daten umgehend – mit dem Gesichtsbuch durchaus noch einigen Spaß haben können und jetzt nicht fluchtartig zu den nächsten Netzwerken weiterwandern müssen. Darauf gleich ein paar süße Katzenvideos bei – Facebook!

Aber das ist eine andere Geschichte und soll ein andermal erzählt werden.

Euer

Gige

Auf dem Nachttisch – Heute hat die Welt Geburtstag

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Liebe Leser,

eine Rezession… äh… Rezension. Ich habe tatsächlich allerhand gelesen in letzter Zeit. Das kommt auch noch, ehrlich jetzt! Aber besprechen möchte ich in diesem Beitrag ein Hörbuch. Ist ja auch bequem, so was kann man en passant beim Autofahren konsumieren. Es geht um “Flake – Heute hat die Welt Geburtstag”. Das Hörbuch ist bei tacheles!/ROOF Music erschienen, umfasst sechs Audio-CDs und kostet 16,99 €.

Flake, bürgerlich Christian Lorenz, ist seit Anbeginn seines Erwachsenenlebens Musiker und seit 1994 der Keyboarder der Band Rammstein. Nun bin ich weder Fan der Band, noch kann ich mit deren Musikstil “Neue Deutsche Härte” besonders viel anfangen. Zudem war mir Rammstein, wohl wegen des skurrilen Videos zum Depeche-Mode-Cover “Stripped” aus dem Jahr 1998 noch in Erinnerung, in dem Aufnahmen der Olympischen Sommerspiele 1936 von Leni Riefenstahl eingesetzt wurden. Und aus den genannten Gründen eben nicht in bester Erinnerung. Aber Flake… das ist eine Type, die muss man gelesen, oder besser noch: gehört haben! Flake war in DDR-Zeiten Punk – was man sich im real existierenden Sozialismus eben so unter Punk vorstellte – und Mitglied der in Vorwendezeiten in der DDR durchaus bekannten Punkband “Feeling B” (B wie Bunk … pardon, der musste sein!). Also zumindest aus seiner persönlichen Geschichte kein Rechter, eher im Gegenteil.

Als Verehrer der Hörbücher des Tanzmusik-Chronisten Heinz Strunk (“Fleisch ist mein Gemüse”) hatte ich so meine Erwartungen an einen weiteren Erzähler, der aus dem Alltag eines Musikers berichtet, auch wenn es diesmal wohl eher die um die glamourösen Abenteuer eines international erfolgreichen Rockmusikers gehen würde, als um die eines sympathischen Muckers im Hamburger Umland.

Doch es kam wie so oft anders. Aber nicht schlecht. In lakonischen Anekdoten ohne zeitliche Reihenfolge – über die Sprünge sollte man sich nicht ärgern, einfach genießen – beschreibt Flake die Gedanken des großen Jungen aus der DDR, der immer nur Musik machen wollte, mit seinen Bandkollegen die kindliche Freude an allen Arten von Pyrotechnik teilte und dann von dem Erfolg der Band Rammstein völlig überrascht wurde. Dass die Band inzwischen einen eigenen Nightliner für die Reisen zu den gigantischen Konzert-Arenen samt Technik-Crew und Koch nutzt und sich sogar einen eigenen Privatjet mieten kann, erfüllt den stets etwas über-bescheidenen und zurückhaltenden Ossi (was an dieser Stelle nicht despektierlich sein soll, er geht selbst damit hausieren) immer wieder mit ehrfurchtsvollem Staunen über den eigenen Lebensweg.

Ein eventueller Voyeurismus über die Exzesse einer hochdotierten Rock-Band auf Tour wird allerdings nicht bedient, was ich persönlich schade finde. Aber derlei Literatur gibt es ja zuhauf, so dass auch die wesentlich weniger beeindruckenden, dafür witzigeren und skurrileren  (ein bisschen viel Komparativ, zugegeben) Erzählungen im leicht naiven, mit Berliner Schnauze vorgetragenen Ton gefallen!

Und wenn dann Flake berichtet, dass es ihm mehr als einmal passiert ist, dass er von der Security nicht als Bandmitglied erkannt wurde, nachdem er nur eben für eine Zigarette den Veranstaltungsort verlassen hatte (man darf ja nirgends mehr backstage rauchen), dann fühle ich eine große Verbundenheit mit dem Autor. Solches passiert mir bei den Jobs mit meiner Tanzkapelle auch regelmäßig.

Aber das ist eine andere Geschichte und soll ein andermal erzählt werden.

Euer

Gige

Mal andere Saiten aufziehen!

Liebe Leser,

das hatte ich mir schon seit langem vorgenommen. Hier nun ein Beitrag über die für uns Gitarristen doch so wichtigen Metall-Drähte, auch Saiten genannt. Eigentlich sollte dies ein Artikel über die Geschichte und auch die Klangeigenschaften von Gitarrensaiten werden, doch ich habe mich in Kindheits- und Jugenderinnerungen verzettelt. Nun, dann eben die historische und technische Abhandlung nächste Woche…

Hätte sich die folgende Geschichte im Jahre 2018 zugetragen und nicht im Jahre 1974, würde ein aufgewecktes Kind unserer Zeit sicherlich erst mal ein Youtube-Video zum Thema anschauen und sich so allerhand Unbill ersparen. Aber wir hatten ja nix in damals…

Ich hatte in besagtem Jahr 1974 von den zur Heiligen Kommunion eingeheimsten Geldgeschenken meine erste Gitarre erworben. Dieses wunderschöne Instrument für zu dieser Zeit durchaus stattliche 200 D-Mark:

Git-Scharf.png

Auf Anraten meines erfahrenen Bruders erstand ich eine Westerngitarre (ich wusste zwar damals noch nicht, was das bedeutete, aber auf jeden Fall “mit Stahlsaiten, Stahleinlage im Hals und höhenverstellbarem Steg”) und eben keine Konzertgitarre, was den Verkäufer (wahrscheinlich war es der Inhaber) im Musikhaus “Scharf” nicht sonderlich erfreute. Widerwillig verkaufte er mir unter allerlei Schmähungen die oben abgebildete Gitarre. Nun, er wird ohnehin in der Hölle braten, so dass ich mich über den wahrlich unwürdigen Kaufvorgang an dieser Stelle nicht weiter auslassen will.

Ich trug also stolz meine erste Gitarre nach Hause und stellte fest, dass ich sie a) nicht spielen und b) nicht einmal stimmen konnte. Wir befinden uns etwa 10 Jahre vor der Markteinführung tauglicher und bezahlbarer Stimmgeräte. Die Gitarre wurde daher zumeist ohne Referenz “in sich” gestimmt, durch Vergleich benachbarter Saiten. Insider wissen schon, was gemeint ist. Dreht man allerdings aufgrund völlig ungeschulter Ohren dabei etwas zu lang an den Mechaniken, wird auch die beste Saite reißen, wenn sie mehr als drei oder vier Töne zu hoch gestimmt wird. Peng! Ich stand also etwa eine Stunde nach Erwerb meines Instruments (und dem Verlust sämtlicher Ersparnisse!) vor der Aufgabe, eine Saite zu wechseln. Da das ganze Ausmaß des nun Folgenden nur zu verstehen ist, wenn man einige Komponenten einer Gitarre kennt, seien sie hier für die etwas unerfahreneren Leser abgebildet:

Scharf-mit-Komponenten

Von außen zu erkennen ist die genaue Arretierung einer Saite bei der Westerngitarre (im Gegensatz zur Konzertgitarre oder auch zur Archtop) allerdings nicht, man sieht nur sechs Kugelköpfe der sogenannten “Endpins”.

cof

Ich kannte aber damals weder die Bezeichnung, noch ihre Funktion. Klar war nur, dass die Saite, sollte sie aus dem Korpus durch die Decke nach außen kommen, natürlich von innen nach außen gesteckt werden musste. Und der einzige Weg in das Innere einer Gitarre – ohne selbige zu zerstören – führt durch das Schalloch, soviel stand fest!

Die Erkenntnis, dass ich auch mit meiner damals noch jugendlich schlanken Hand aber keinesfalls an den noch intakten Saiten vorbei (oder zwischendurch) in den Korpus greifen konnte, so dass ich wohl alle Saiten entfernen müsste, ließ mir ob der bevorstehenden Aufgabe sicherlich einige Tränen in die Augen schießen. Immerhin war ich so schlau, sie nur an den Mechaniken zu lösen, so dass ich sie nicht auch noch alle wieder neu einfädeln musste. Dass einfaches Entspannen um einige Umdrehungen völlig genügt hätte, war mir natürlich nicht klar und spielte in dem ganzen Desaster auch schon keine Rolle mehr.

Heftig im Korpus suchend konnte ich nach gefühlten Stunden endlich die richtige, also die gerissene Saite lokalisieren und zog das verbleibende Ende erst in den Korpus zurück und dann aus der Gitarre. Mit eingeklemmtem Endpin war das allerdings nicht zu machen. Also drückte ich zunächst von innen, zog mit Fingern, dann mit Zange, von außen und konnte den stramm sitzenden Plastikkeil nach nur einer halben Stunde aus dem Steg ziehen. Ich glaube nicht, dass ich die Decke durch die Anwendung von Zange und Schraubendreher ernsthaft beschädigt habe…

Nun galt es, die neue Saite durch das Schallloch ein- und dann durch das betreffende Loch im Steg wieder nach außen zu führen. Es war eine elende Fummelei! Nachdem dies gelungen war, knotete ich das Saitenende am passenden Pin der zugehörigen Mechanik fest – mir war natürlich weder die korrekte Arretierung noch die richtige Wickelrichtung bekannt – und drehte wieder am Knöpfchen. Diesmal etwas vorsichtiger. Sodann hängte ich die restlichen Saiten wieder ein und versuchte die Gitarre erneut zu stimmen. Es scheint wohl gegen Ende des Tages gelungen zu sein, denn eine weitere Katastrophe ist mir von diesem Tag nicht mehr im Gedächtnis.

Um nun wieder auf die eingangs erwähnte Uninformiertheit von uns Gitarrennovizen der 1970er Jahre zurückzukommen: Natürlich müssen Saiten nicht durch das Schallloch von innen durch den Steg geführt werden. Hier eine Risszeichnung einer üblichen Stegkonstruktion:

Saitenhalterei

Die Bohrung für eine Saite ist groß genug, um auch das Ballend (ein kleiner Ring am Saitenende) aufzunehmen. Durch die Umlenkung der Zugkraft muss der Endpin nur ordentlich (nicht zu fest) klemmen und hält dann das Saitenende in der eingezeichneten Position. Um eine Saite auszuwechseln, genügt es also, die Saite zu entspannen, den Endpin herauszuziehen und dann die Saite aus der Bohrung zu entnehmen. Die neue Saite wird dann von oben in das Loch geschoben und durch Eindrücken des Endpins fixiert. Dauert eine Minute… falls man weiß, wie es geht!

Ich bin beim nächsten Saitenwechsel darauf gekommen, weil die auszutauschende Saite nach Entfernung des Endpins quasi von allein aus dem Loch sprang, woraus ich folgerte, dass selbiges offenbar etwas größer als das Ballend der Saite war und somit die neue Saite auch von der anderen Richtung (also von außen) durchpassen müsste. Und bei dieser Gelegenheit durfte ich dann zum ersten Mal in meinem Leben den – ernsthaft – fast magischen Moment kennenlernen, wenn man sein Instrument mit funkelnagelneuen Saiten spielt.

Aber das ist eine andere Geschichte und soll ein andermal erzählt werden.

Euer

Gige

Inside Jazz – Jazzworkshop Erlangen 2018

Liebe Leser,

bünnisch wieder da! Der Spruch wäre sicher schmackiger, wenn ich nicht länger als eine Woche gebraucht hätte, um diese Zeilen zu verfassen. So also darf ich nach wie üblich zu langer Verschnaufpause zur Akklimatisierung heute vom 38. Internationalen Jazzworkshop Erlangen berichten.

Der Workshop 2018 fand zum dritten Mal in den Räumen (und natürlich im schönen Innenhof) der VHS Erlangen, im Egloffstein’schen Palais in der Friedrichstraße statt. Bereits zum 38. Mal unter der Leitung des Erlanger Bassisten Rainer Glas. Für mich war es die elfte Teilnahme. Und um es an dieser Stelle gleich vorwegzunehmen – es war ein sehr schöner und in allen Bereichen harmonischer Workshop!

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Dozenten waren 2018 Romy Camerun (Gesang), Rainer Glas (Kontra- und Fretless-Bass), Patrick Scales (E-Bass), Helmut Kagerer (Gitarre), Bernhard Pichl (Klavier), Andrey Lobanov (Trompete), Rick Margitza, Tony Lakatos und Hubert Winter (alle Saxophon), Jürgen Neudert (Posaune), Harald Rüschenbaum und Christoph Huber (beide Schlagzeug) sowie Alberto Parmigiani (Percussion), eine illustre Schar hochkarätiger Musiker. Die “Drei Tenöre” bildeten – wie von Jürgen Neudert treffend formuliert – ein Lineup, das seinesgleichen sucht, was im Dozentenkonzert eindrucksvoll unter Beweis gestellt wurde. Die Buben haben uns im wahrsten Sinne des Wortes “weggeblasen”!

jws2018-Dozentenkonzert-1

Wir haben sieben Tage lang auf hohem Niveau miteinander musiziert, auf den Sessions gejammt, in den Combos oder in der Bigband geprobt, musikalische Erkenntnisse bei Harald Rüschenbaum gewonnen, bei Bernhard Pichl und Rainer Glas Harmonielehre gelernt oder vertieft, und und und… Bei Interesse ist es natürlich möglich, auch den Unterricht eines anderen Dozenten als den des eigenen Instruments zu verfolgen, was den Horizont ungemein erweitert. Auf jeden Fall haben wir alle eine ungeheure Menge an musikalischer Energie getankt – und natürlich auch hin und wieder ein Bierchen in einer der zahlreichen Erlanger Kneipen. Auch das Abschlusskonzert im gut besuchten kleinen Saal der Heinrich-Lades-Halle spiegelte das hohe Niveau des gesamten Workshops und war ein toller Abschluss einer gelungenen Woche. Und zumindest in der Onlineausgabe der Erlanger Nachrichten war tatsächlich mal ein Foto von mir:

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Das einzigartige und für Novizen bisweilen gewöhnungsbedürftige Konzept des Erlanger Workshops ging auch im Jahr 2018 wieder auf. Gerade die kaum reglementierte Verteilung der Teilnehmer auf die einzelnen Combos und die ebenso den Musikern überlassene Besetzung der all-abendlichen Sessions sind für schüchterne Neulinge anfangs durchaus problematisch, werden aber am Ende der Woche von den meisten als positiv bewertet.

Bei der Entscheidung zwischen einem “darwinistischen” und einem “sozialistischen” System (eine schöne Kategorisierung, die einem Kursteilnehmer eingefallen ist) für die Auswahl der Sessionspieler trete ich in den Diskussionen mit reformwilligen Kursteilnehmern, welche zumeist schon Erfahrungen auf anderen Workshops (zum Beispiel in Burghausen oder Inzigkofen) gemacht haben und die für die Sessions in der VHS (etwa zwischen 17 und 20 Uhr) bzw. auf der Kellerbühne des E-Werks (etwa zwischen 21 und 0 Uhr) fast jedes Jahr neue Regelungen (genauer gesagt: überhaupt Regelungen) bezüglich der jeweiligen Sessionbesetzung fordern, stets für das “darwinistische” System ein, welches auf musikalische Befähigung, etwas Durchsetzungsvermögen und manchmal auch auf (moderat eingesetzte) Ellenbogen setzt. Die “sozialistischen” Vorschläge (Eintragsliste, generelles Bühnen-Räumen nach jedem Song und sonstige heilpädagogischen Konzepte) mögen zwar dem ein oder anderen Kursteilnehmer mit einem herausragenden Solo über “Autumn Leaves” – ich mag den Song, ehrlich – zum internationalen Durchbruch verhelfen, aber zumeist doch nur Langeweile verbreiten und ein externes Publikum, wie es im E-Werk zu finden ist, auf Dauer vertreiben. Es gibt wohl einige Jazzworkshops, wo bei den Sessions nahezu ausschließlich auf die Belange von Einsteigern eingegangen wird – aber eben nicht in Erlangen. Auf der anderen Seite ist das Niveau der Sessions in Erlangen zumeist mindestens gut, bisweilen hervorragend.

Zudem besteht natürlich immer die Möglichkeit, einen erfahrenen Kursteilnehmer (der sich schon ein paar Ellenbogen antrainiert hat) anzusprechen und sich mit diesem quasi auf der Bühne zu “verabreden”.

Die möglichen Ausflüge von der stets etwas behüteten Campus-Welt des Workshops auf eine externe Session-Bühne mit echtem Publikum sind meines Erachtens das Salz in der Suppe und bilden für so manchen Amateur die Initialzündung, seine Musik generell aus dem Übungsraum auf die Livebühne zu tragen. Ich nehme mich da nicht aus!

Ich weiß, dass Rainer Glas schon seit langem mit dem Gedanken spielt, die Kellerbühne des E-Werks als Session-Location aufzugeben – die dortige, eigentlich sehr nette Crew macht es einem bisweilen wirklich nicht leicht – und vielleicht in Zukunft den Konzertsaal des neu errichteten Frankenhofs auch für die allabendlichen Workshop-Sessions zu nutzen, wobei dann das externe Publikum in den Frankenhof umgeleitet werden soll, aber wirklich glücklich bin ich nicht über diese Aussichten. Gerade die Aussicht, sich vor einem “echten” Publikum zu bewähren, stellt für viele Workshopteilnehmer einen Anreiz dar, der neben dem hohen Niveau den Erlanger Workshop von vielen anderen unterscheidet.

Ihr wisst ja: “Nur die Harten spielen im Garten” und “Mir hat es ja auch nicht geschadet” und was es sonst noch an schlauen Sprüchen von denjenigen gibt, die unangenehme Initiationsrituale einigermaßen unbeschadet hinter sich gebracht haben. Dennoch kann der (musikalische) Tod auf der Kellerbühne während einer Session für einen Jazz-Quereinsteiger auch genau das Richtige sein, um seine möglicherweise etwas optimistische Einschätzung der eigenen Fähigkeiten gerade zu rücken.

Aber das ist eine andere Geschichte und soll ein andermal erzählt werden.

Euer

Gige

Hans im Glück

Liebe Leser,

Märchenstunde mit Onkel Gige. Doch zunächst sei gestanden: Ja, ich habe wieder eine neue Gitarre. Und zwar dieses schöne Instrument:

Gitane-D500

Das ist ein Maccaferri-D-Loch-Modell von Gitane. Wenn es für eine Selmer nicht reicht, dann eben für einen chinesischen Nachbau aus dem Hause Saga. Für den von mir so verehrten teil-akustischen Oldtime-Swing und Ragtime ein feines und klanglich authentisches Arbeitsgerät.

Allerdings hat mich auch ein Mitglied meiner Gitarrenfamilie verlassen:

kay-01

Das ist bzw. war eine 1934er (!) Kay, eine der ersten “Kaufhausgitarren” aus USA. Die Kay klang akustisch nicht einmal übel, hatte ein dreifaches Tonabnahmesystem (Kombi Magnet- und Mikrofon-System plus Piezo-Abnehmer) und die wohl abgefahrenste Hals-Korpus-Verbindung in der Geschichte des Gitarrenbaus. Dennoch – wir waren nicht füreinander geschaffen. Die alte Geschichte vom V-Querschnitt des Halses…

Als sich nun ein Tausch der beiden zum Verkauf stehenden Instrumente ergab, war dies für mich der Anlass, über meine in der Vergangenheit vollzogenen Instrumente- bzw. Tauschmittel-Transfers zu resümieren. Und ich muss gestehen: Ich bin definitiv nicht zum Musikalienhändler geboren! Wer das im Titel erwähnte Märchen noch kennt, versteht den Zusammenhang.

Um mir in den 1990er Jahren eine schwer angesagte Godin 12-Saitige leisten zu können, musste ich meine geliebte Ovation Elite veräußern, was aufgrund der damaligen Unbeliebtheit der “Plastikwannen” prompt ein schlechtes Geschäft bedeutete.

Als wenige Jahre später die Godin völlig aus der Mode gekommen war, sah ich mich gezwungen, ebendiese zu verkaufen, da ich mir eine… äh… keine Ahnung… irgendein Saiteninstrument… besorgen musste. Ich habe eine Höfner Chancellor verkauft um eine Sonntag erwerben zu können. Natürlich in einer Zeit, als Höfner – wieder einmal – auf dem absteigenden Ast der Beliebtheit unter Jazzgitarristen war. Eine Gibson U2? Unter Wert verkauft. Einen Krempel-(Edel-)Bass: Kernig draufgezahlt. Einen Kontrabass: Hauptsache weg, das Möbel. Jedes Mal klebte ich (bildlich) einige Scheine auf das veräußerte Instrument, um es überhaupt loszukriegen.

Nun bereue ich den jeweiligen Handel nicht, denn ich erwarb stets ein gutes neues Instrument, aber zwischendurch mal ein paar Hunderter verdienen, wäre auch schön gewesen. So aber bleibt mir nach den ganzen “gelungenen” Transaktionen nur der schöne Schluss:

So glücklich wie ich, rief er aus‚ gibt es keinen Menschen unter der Sonne. Mit leichtem Herzen und frei von aller Last ging er nun fort, bis er daheim bei seiner Mutter angekommen war.

Aber das ist eine andere Geschichte und wurde von den Gebrüdern Grimm erzählt.

Euer

Gige

Humidifier im Eigenbau

Liebe Leser,

erinnert Ihr Euch? Der besonders trockene Winter 2016/2017 (hier ist der Artikel >>>) brachte meine Gitarren zur Verzweiflung. Genauer gesagt die Korpusse (igitt – ist das wirklich der korrekte Plural?) und die Hälse.

Leider fühlt es sich dieses Jahr durchaus ähnlich an und aufgrund dreier bevorstehender Gigs am kommenden Wochenende bin ich permanent am Auschecken der einzelnen Instrumente, da die Auswahl ja Auswirkungen auf das jeweils darzubietende Repertoire hat.

Nun bin ich schon Besitzer zweier sogenannter Humidifier, die selbst bei dem Musikaliengrossisten, dessen Name nicht genannt werden muss, knapp 18 Euro das Stück kosten.

Humidifier

 

Stets wird etwas Wasser in einen Schwamm eingebracht, der sich in einem mit Löchern versehenen Behältnis befindet und selbiges (das Wasser) portionsweise in seine Umgebung abgibt. Optimalerweise soll dies im Korpus der Gitarre passieren, alternativ kann aber auch der ganze Koffer leicht (!) befeuchtet werden. Und hier regte sich der kleine Daniel Düsentrieb (wer meiner treuen Leser weiß, wer Daniel Düsentrieb ist?) in mir. Denn vor meiner Nase lagen einige noch in ihrer sicherlich nicht umweltfreundlichen Plastik-Box befindlichen Sätze Thomastik-Gitarrensaiten – ich muss über das Thema “Saiten” in naher Zukunft unbedingt einen Beitrag schreiben –, die auf ihren Einsatz auf einer meiner Archtops harrten.

Thomastik_1

Und weil ich diese sehr aufwändige Verpackung der allerdings hochwertigen österreichischen Drähte ohnehin ökologisch nicht gutheißen kann und die Dinger jedes Mal mit schlechtem Gewissen im gelben Sack landen (nicht die Saiten, die Plastik-Verpackungen!), fiel mir umgehend eine Verwendung zumindest für die Box des Saiten-Satzes ein.

Humidifier-handmade

Natürlich ist das Pillepalle (es würde wahrscheinlich genügen, ein angefeuchtetes Tuch ohne direkten Kontakt zur Gitarre im Koffer zu deponieren) und ich habe den “Gige-Humidifier” dilettantisch in fünf Minuten zusammengebatzt, aber so eine detaillierte Bauanleitung online macht doch gleich was her, oder?

Ich übernehme keinerlei Garantie, dass im Fall eines unlizensierten Nachbaus Eurerseits die hochwertigen Instrumente keinen Schaden nehmen! Ich sage hier Bescheid, ob es was bringt…

Aber das ist eine andere Geschichte und soll ein andermal erzählt werden.

Euer

Gige