Sommer Session Oberhaid 2021

Liebe Leser,

ein Lichtblick in düsteren Zeiten! Herrje, ich verwende seit nunmehr 16 Monaten die immergleichen Floskeln, sorry! Am letzten Samstag, 10.07.2021 fand an geheimer Stelle im schönen Oberfranken wieder die legendäre Sommer Session Oberhaid statt. Gut, der Ort ist nicht geheim, aber exakte Lokation ist nicht öffentlich bekannt. Denn wie schon im Vorjahr konnte das üblicherweise wirklich gewaltige Open-Air nicht mit Publikum vor Ort stattfinden, sondern wurde coronabedingt als Live-Stream in YouTube und Facebook übertragen.

Das musikalische Zentrum bildet hierbei die Truppe aus Musikern alter und aktueller Bands rund um den Sänger, Gitarristen, Mundharmonikaspieler, Schlagzeuger und Mundtrompetenspieler Gerhard Förtsch (der Mann, der die Sommer Session gegründet hatte, der das ganze Projekt jedes Jahr auf die Beine stellt, der den Veranstaltungsort zumindest für die Stream-Sessions stellt, der Sponsoren wirbt, der zusammen mit seiner Frau Erika für das leibliche Wohl aller Anwesenden sorgt, der moderiert und auch noch einige Songs mitspielt… was habe ich noch vergessen? Er ist halt das Herz der Session!), den Sänger und Gitarristen Philipp Arnold, den Keyboarder und Sänger Marc Dotterweich, den Bassisten Robert Wild und den Schlagzeuger Jürgen Stahl. Diese fünf gestandenen Musiker beherrschen allesamt ihre Instrumente hervorragend. Phillip „Fips“ Arnold muss ich aber besonders hervorheben, weil er wirklich herausragend gut Gitarre spielt und dies ist eben mein Metier. Seit vielen Jahren mischt der Produzent und Komponist Stefan Krug den Sound sowohl am Pult des Open-Airs wie auch in den letzten zwei Jahren im Regieraum des Livstreams.

Die Session-Band ist mit fünf Musikern (Gitarre, Gitarre, Keyboard, Bass, Schlagzeug) komplett besetzt und liefert das Rahmenprogramm zur Session, welche in normalen Jahren schon mal gute sechs Stunden dauert, wobei hier jede Menge Gäste solo, mit dem eigenen Ensemble oder eben zusammen mit der Session-Band auftreten. Dieses Jahr waren als musikalische Gäste geladen: Die Band Palacity, der Gitarrist Wolfgang Rosenbusch, Leoni Rosenbusch, Eva Arnold, Simon Arnold, Sophie Dirkea, Alexis Madokpon mit Percussionspartner, Pieter und Beate Roux sowie meine Wenigkeit im Duo mit dem Gitarristen Joe Bawelino.

Aus dem Vorjahr war mir der Freitag vor dem eigentlichen Sessiontag in bester Erinnerung, weil es zum Einen eine große Freude ist, die ganzen Musikerkollegen endlich mal wieder in Persona zu treffen und man sich zum Anderen so in lockerer Atmosphäre mit der doch recht opulenten Video- und Audiotechnik vertraut machen kann. Zudem kann dann der Mixer schon mal die ganzen Einstellungen speichern und muss nicht während des Streamens groß nachregeln.

Aber – es wäre auch nach einem Jahr Pandemie zu einfach gewesen – am letzten Freitag wurde offensichtlich das komplette Frankenland von Wolkenbrüchen überschwemmt, so dass der Soundcheck buchstäblich ins Wasser fiel. Aber am Samstag hatte Petrus ein Einsehen (oder Gerhard Förtsch hat da wirklich einen heißen Draht in den Himmel), wir hatten ab Vormittag bis spät in den Abend gutes und vor allem trockenes Wetter!

Zusammen mit Joe Bawelino kam ich am frühen Samstagnachmittag in Oberhaid an und war zwar nicht überrascht (ich kannte ja den gewaltigen Aufbau aus dem Vorjahr (wie hier >>> nachzulesen ist), aber doch wieder geradezu überwältigt vom Aufwand und auch von der durchgehend professionellen Arbeit, den das junge Team um Thomas Förtsch (den Sohn des Sessiongründers) leistete. Wie schon in all den Jahren zuvor fällt da selbst in der etwas hektischen Zeit kurz vor Beginn der Session bzw. eben vor Beginn des Streams nie ein unfreundliches Wort, obwohl es für die Sound-, Licht- und Videotechniker wirklich nicht einfach ist, es zwei Dutzend Musikern recht zu machen.

Ach ja, musiziert wurde auch! Gereicht wurde Indie-Rock (Palacity), Rock, Blues, Folk und Pop (Session Band und Dust Bowl, mit den Gästen Wolfgang Rosenbusch (git), Leoni Rosenbusch (voc), Eva Arnold (voc), Simon Arnold (dr) und Sophie Dirkea (voc)), African Music (Alexis Madokpon), Oper und Musical (Pieter und Beate Roux) sowie Sinti-Swing (Bawelino & Brunner). Und alle haben sich mächtig ins Zeug gelegt und wunderbar gespielt bzw. gesungen. Wer Samstag nicht live dabei war, kann den Stream hier >>> nochmals gucken.

Wie die Auswertungen ergaben, haben sich wieder mehrere Tausend Menschen den Stream auf Youtube und Facebook angesehen. Es gab mehr als eine Garten- oder Grillparty, auf der die Session gesehen oder zumindest gehört wurde. Ich habe heute schon von mehreren Seiten Grüße und auch Fotos erhalten (ein Public-Viewing fand im großen Kreis im Schwäbischen statt – Grüße nach Backnang!), wo Freunde und Fans den gelungenen Stream lobten.

Ja, und der Gerhard! Da ist es am einfachsten, ich zitiere meinen eigenen Beitrag aus dem Jahr 2020, denn er stimmt auch für die Session 2021: Gerhard Förtsch führte witzig, locker und stets charmant durch den Abend, wobei er Moderation, Organisation und auch seine musikalischen Beiträge virtuos im wahrsten Sinne des Wortes „über die Bühne“ brachte. Eine gewaltige Leistung! Gerhards gute Laune ist übrigens ansteckend! Wir haben zu später Stunde resümiert, dass in all den Jahren (es sind mehr als 20, von denen ich nur die letzten 10 mitbekommen habe) noch kein böses Wort zwischen den Teilnehmern, Musikern und dem Team gefallen ist. Das ist der Hammer!

Und mit der Erfahrung des letzten Jahres im Rücken konnte Gerhard Förtsch auch den Abend trotz des ganzen Stress selbst genießen. Wenn Ihr Euch seine musikalisch immer gelungenen Performances anschaut, denke ich, man sieht ihm das an!

Auch mein Schlusswort kopiere ich gerne an dieser Stelle: So war die Sommer Session Oberhaid 2021 auch in (leider immer noch) finsteren Corona-Zeiten ein echtes Highlight. Auch wenn wir natürlich alle hoffen, im nächsten Jahr wieder vor leibhaftigem Publikum spielen zu können, war die diesjährige Session wieder ein echter Knüller. Zappt mal rein, vielleicht springt der Funke auch von der Konserve über. Hier nochmals der Link zu YouTube >>>

Wie sieht es 2022 aus? Mal wieder vor 1000 leibhaftigen und durchgeimpften Zuhörern? Wäre auch mal wieder schön!

Aber das ist eine andere Geschichte und soll ein andermal erzählt werden.

Euer

Gige

Sommer Session Oberhaid 2020

Liebe Leser,

ein echtes Highlight in meinem musikalischen Jahr ist die „Sommer Session Oberhaid“, welche seit über 20 Jahren im Juli im beschaulichen oberfränkischen Oberhaid stattfindet. Anfangs als kleine Session am Waldrand gestartet, entwickelte sich die Session unter der Leitung des Unternehmers und Musikers Gerhard Förtsch schnell zu einem überregionalen Ereignis, welches in den letzten Jahren jedes Mal 1500 – 2000 Besucher anzog.

Das musikalische Zentrum bildet hierbei die Truppe aus Musikern alter und aktueller Bands rund um den Sänger, Gitarristen, Mundharmonikaspieler, Schlagzeuger und Mundtrompetenspieler Gerhard Förtsch und den Sänger und (hervorragenden) Gitarristen Philipp Arnold. Die Session-Band ist mit fünf Musikern (Gitarre, Gitarre, Keyboard, Bass, Schlagzeug) komplett besetzt und liefert das Rahmenprogramm zur Session, welche in normalen Jahren schon mal gute sechs Stunden dauert, wobei hier jede Menge Gäste solo, mit dem eigenen Ensemble oder eben zusammen mit der Session-Band auftreten.

Ich hatte in den vergangenen Jahren schon mehrmals in Oberhaid gespielt (der einzige Jazzer auf weiter Flur) und mich über die Einladung zur Session 2020 riesig gefreut. Nun ist ja dank Corona seit März alles anders. Es erschien mir im Mai völlig aussichtslos, dass eine Veranstaltung dieser Größe in Corona-Zeiten durchgeführt werden könnte. Und mit maximal 100 Personen (oder vielleicht 200) über einen Sportplatz verteilt hätte es wohl keinen Sinn.

Doch Gerhard Förtsch ist nicht umsonst der erfolgreiche Gründer und jahrzehntelanger Geschäftsführer eines erfolgreichen Kommunikationstechnik-Unternehmens. Er beschloss, aus der Not eine Tugend beziehungsweise aus dem Live-Event einen Live-Stream zu machen. Es musste die Anzahl der auftretenden Musiker reduziert und für die gesamte Vorbereitung sowie den Abend selbst ein Hygienekonzept erstellt und auch kommuniziert werden. Das ganze sollte ohne Live-Zuschauer quasi im Garten von Gerhard stattfinden, welcher nicht leicht zugänglich im Oberfränkischen liegt. Am Freitag, also am Tag vor der Session, machte ich mich erstmals auf den Weg zum Aufbau und Soundcheck.

Das hatte ich mir definitiv… kleiner vorgestellt! Obwohl die Anzahl der Musiker in diesem Jahr auf ein gutes Dutzend beschränkt war, waren auf dem Gelände zwei „Bühnen“ eingerichtet (Abteile im großen und wunderschönen Garten), welche von einer Horde engagierter und fachkundiger Techniker und Helfer mit allem verkabelt wurden, was das Herz des Musiker begehrt. Naja, eben Strom und Zugang zum Mix per DI-Boxen oder Line-Out-Verteiler.

Stefan, der erfahrene Livesound-Mixer aus vielen Vorjahren, nahm dieses Jahr im Regieraum Platz, wo er zum Bild-Stream den (hervorragenden) Live-Sound mischte. Neben Hulk an der Bildregie und Thomas als Regieassistenz hatten diese drei dafür zu sorgen, dass das Material von 5 Kameras und unzähligen Mikrofonen unversehrt in den Stream gespeist wurde. Und wie man in Youtube 

https://www.youtube.com/watch?v=LzivMn3E1UQ&t=12315s

nachprüfen kann, ist es ihnen hervorragend gelungen. Es war eine immerhin 3,5 stündige Live-Sendung!

Zwischen den Sets der Sessionband (Gerhard Förtsch (git, voc), Philipp Arnold (git, voc), Robert Wild (b), Marc Dotterweich (keyb), Jürgen Stahl (dr)) gab es Auftritte einzelner Künstler solo, im reduzierten Ensemble oder mit der Sessionband zusammen. Es spielten bzw. sangen Wolfgang Rosenbusch, Eva Arnold, Simon Arnold, Jürgen Scharfenberg, Sophie Dirkea, Adam MacThomas, Nomi & Mac sowie meine Wenigkeit.

Wir Musiker hatten es wirklich gut! Bereits beim Soundcheck/Warm Up am Freitag war für das leibliche Wohl bestens gesorgt und am Samstag gab es sogar für die doch überschaubare Zahl an Musikern und ihren Angehörigen eine eigene Cocktail-Bar, die von dem lokalen Barkeeper Tobias Sack professionell bedient wurde. Ab etwa 17 Uhr stand ein reichhaltig bestücktes Buffet auf der Terrasse, das keine Wünsche offen ließ. Und gespielt haben wir auch – alles von ABBA bis ZZ Top, Folk, Rock, Blues, Schlager und Jazz. Eine Riesen-Sause mit durchgehend guter Musik!

Wie die Auswertungen ergaben, haben sich mehrere Tausend Menschen den Stream auf Youtube und Facebook angesehen. Es gab mehr als eine Garten- oder Grillparty, auf der die Session gesehen oder zumindest gehört wurde. Gerhard Förtsch führte witzig, locker und stets charmant durch den Abend, wobei er Moderation, Organisation und auch seine musikalischen Beiträge virtuos im wahrsten Sinne des Wortes „über die Bühne“ brachte. Eine gewaltige Leistung!

So war die Sommer Session Oberhaid 2020 auch in finsteren Corona-Zeiten ein echtes Highlight. Auch wenn wir natürlich alle hoffen, im nächsten Jahr wieder vor leibhaftigem Publikum spielen zu können, war die diesjährige Session ein echter Knüller. Zappt mal rein, vielleicht springt der Funke auch von der Konserve über. Wie immer war mein Jazz-Beitrag (präziser: Bossa-Nova-Beitrag) etwas deplatziert, kam aber gut an. Und die eine oder andere CD wechselte den Besitzer, was mich sehr freute. Besprechung der neuen CD folgt!

Aber das ist eine andere Geschichte und soll ein andermal erzählt werden.

Euer

Gige