Gedanken zum Jahresende 2021

Liebe Leser,

ah, Dezember! Es ist die Zeit, bei einer schönen Tasse Tee am fröhlich prasselnden Kamin gemütlich seine Gedanken zum fast verflossenen Jahr 2021 in besinnliche und aufmunternde Worte zu gießen. 

Könnt Ihr vergessen! Ich hasse Tee und unser schöner Kamin wurde aufgrund von irgendwelchen Bestimmungen vor zwei Jahren vom Bezirksschornsteinfeger auf ewig stillgelegt. Es gibt auch keine aufmunternden Worte – wir werden alle jämmerlich vor die Hunde gehen! So sieht’s aus!

Es folgt ein wirklich längerer Text, welcher auch nicht in Kurzform vorgelesen auf meinem (nebenbei hervorragenden) YouTube-Kanal zu finden ist – Ihr werdet ihn wohl oder übel lesen müssen, wenn Ihr nicht ohne entscheidenden Erkenntnisgewinn sterben wollt. „Das wäre doch was! Warum machst du nicht so tolle Podcasts, die man nebenbei anhören kann?“ Ach – halt die Klappe! Nun denn:

Noch immer hat Corona die Welt im Griff und was bis dato in Deutschland an Kultur noch nicht geplättet wurde, ist am Dahinsiechen. Seit nunmehr fast zwei Jahren fährt der komplette Kulturbetrieb im Not-Modus. Im letzten Beitrag anlässlich des dahinscheidenden Jahres 2020 hatte ich noch Flausen im Kopf, dass verschobene Livetermine nun endlich 2021 nachgeholt werden könnten, es gäbe ja inzwischen wirksame Impfungen und ausgefeilte Regelungen. Aber Pustekuchen, nichts wurde nachgeholt. Im Gegenteil, die meisten Kultureinrichtungen hangeln sich in Notbesetzung von Lockdown zu Lockdown oder haben inzwischen hingeschmissen. Und die Leute, das Publikum? Von dem prophezeiten Hunger nach Kultur ist bei vielen nichts geblieben, sie haben es sich zwischen einem halben Dutzend Streaming-Anbietern bequem gemacht und verlassen ihr Heim nur noch selten. Seit Ausbruch der Pandemie habe ich KEINE EINZIGE Tanzveranstaltung mit dem TOP-Trio mehr gespielt. Alle Bälle wurden 2020 auf 2021 und von dort in eine unbestimmte Zukunft verschoben. Ein einziger Ball hätte im November 2021 stattfinden sollen. Dieser wurde dann abgesagt, weil sich zu wenige Leute angemeldet hatten. Die Tänzer haben sich die Bälle abgewöhnt!

Die einzige Kneipe, die bis zum Februar 2020 noch wöchentlich einen Musiker für Livemusik bezahlt haben, hat seit nunmehr 22 Monaten keine Livemusik mehr veranstaltet, wenn sie denn überhaupt zwischendurch geöffnet hatte.

Stadt-, Brauerei- und sonstige Feste, Musik-Workshops, Weihnachtsmärkte im Jahr 2021? Fehlanzeige. Das Internet ist inzwischen (wie vermutet) voll von den Ergüssen der verhinderten Livemusiker. Ich nehme mich da nicht aus. Tuck & Patti sammeln immer noch mit dem Kaffeebecher (den habe ich erfunden, weil es dramatischer klingt) Spenden bei wöchentlichen Livestreams. Es ist ein Jammer! Und noch immer erhalte ich gutgemeinte und immerhin kostenfreie Ratschläge von guten Freunden, was dem bekannten Künstler A oder der berühmten Sängerin B wieder Tolles eingefallen ist, um ein paar Kröten in die Kasse zu kriegen. Eine Idee ist bei der zweiten Umsetzung schon nicht mehr neu und die Anzahl an guten Ideen, wie man statt vor Publikum in den sozialen Medien Geld verdienen kann, endlich. [„Begrenzt“ wäre ein verständlicheres Wort und zudem eindeutiger gewesen, aber auch nicht so schön!] So auch zum zweiten Corona-Advent der Aufruf: Verschont mich mit guten Ideen! Außer, sie sind wirklich gut.

Und dann gibt es noch den immer wieder geäußerten Hinweis auf die großzügigen und unbürokratischen Corona-Hilfen für Kulturschaffende. Das ist natürlich richtig. Nebenbei ist das korrekte und gesetzeskonforme Ausfüllen von Anträgen zur Corona-Hilfe inzwischen ein Bachelor-Studiengang an der Uni Potsdam, Regelstudienzeit 6 Semester…

Die Krux an der Sache ist: Kümmert man sich rechtzeitig um einen finanziellen Ausgleich für die Einnahmeausfälle, z. B. indem man nicht-künstlerische Tätigkeiten ausführt, so wie ich dies notgedrungen seit Frühling 2020 tue, fällt man zumeist automatisch aus der Gruppe der Förderungswürdigen. Nebenbei auch aus der KSK, wie wiederum ich seit 2020. Da für die meisten Künstler-Hilfsprogramme allerdings eine Mitgliedschaft in der KSK Voraussetzung ist, schließt sich hier der (Teufels-)Kreis.

Dennoch kann der treue Fan natürlich etwas tun. Er kann die Dinge, die ich seit nunmehr 22 Monaten produziert habe, käuflich erwerben. So er oder sie selbige schon besitzt, dann gerne als beliebte Geschenke zum Weihnachtsfest per Wiederholungskauf. Derzeit im Angebot die 2020er (ein guter Jahrgang!) Scheiben „dreipunktnull“ oder „Bossa Nova“ oder das 2021er (Südhang, Spätlese) Meisterwerk von Bawelino & Brunner „Guitar Moments“.

Nicht im Angebot (da Buchpreisbindung) aber nichtsdestotrotz ein tolles Geschenk ist die „Harmonielehre für Gitarre“ von Helmut Kagerer und mir. Warum soll ein sechsjähriges Nachwuchstalent sich nicht schon in frühen Jahren ein Verständnis für Stufentheorie und Funktionsharmonik aneignen?

Stets kostenfrei sind mein Blog (also der hier) und mein YouTube-Kanal

https://www.youtube.com/user/gige2009

Musikalische Fachartikel von mir, Song-Arrangements oder auch nette Podcasts (davon einer mit mir!) findet Ihr beim engagierten Stefan Kornherr unter

https://gitarre.blog/

Stefan freut sich übrigens immer über kleine Beiträge, welche ihn beim Betrieb des sehr schönen und hochkarätig besetzten Blogs helfen. Da steht ein (virtueller) Gitarrenkoffer, der ganz charmant zum Spenden einlädt. 

Und wer schon alles von mir gekauft, verschenkt, erneut gekauft und verschenkt usw. hat, der kann eingetragener Fan bei Patreon werden:

https://www.patreon.com/gige_jazz

An dieser Stelle ein herzlicher Dank an meine treuen Unterstützer bei (und teilweise auch neben) Patreon und an diejenigen Veranstalter, die trotz wirklich widriger Umstände und heftigen Beschränkungen im Jahr 2021 ein paar schöne Gigs ermöglicht haben: Dank an die Cafebar StilleWasser, den Bunitreff, den Kreuzwirtskeller, Gerhard Förtsch und den Noris-Folkclub!

Liebe Leser, vielen Dank für Eure Besuche auf dieser Website, für Eure Kommentare und Eure Likes. Ein paar Abonnenten mehr wäre nett, aber das ist nicht so wichtig (By the way: Einem Blog bei WordPress zu folgen kostet nix, auch die Mitgliedschaft in WordPress ist mit keinerlei Kosten verbunden). Jetzt rutscht gut raus aus diesem vermaledeiten Jahr und kommt wohlbehalten in 2022 an! Ich wünsche Euch allen schöne Weihnachten sowie ein frohes und gesundes neues Jahr, in dem wir uns hoffentlich nicht nur auf dem Bildschirm, sondern auch in der realen Welt wieder sehen und hören können.

Aber das ist eine andere Geschichte und soll ein andermal erzählt werden.

Euer

Gige 

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