Auf dem Nachttisch – Fleckenteufel

Liebe Leser,

in der unerwartet (Ihr wisst schon: Corona … zweiter Lockdown … warum habe ich da eigentlich keine Zeit? Seltsam, aber so ist es …) hektischen Vorweihnachtszeit schaffe ich meine Ich-veröffentliche-dienstags-einen-Beitrag-Vorgabe nicht. Zudem möchte ich den erfolgreichen Beitrag Harmonielehre für Gitarre 2020 auch nicht vom Spitzenplatz des Blogs verdrängen. Ja, ich weiß, dies kann man in WordPress konfigurieren, dennoch. Zudem kann ich so auch an dieser Stelle auf mein Gige-Weihnachts-Bundle hinweisen, welches aus den Komponenten Buch Harmonielehre für Gitarre, CD dreipunktnull plus CD Gige plays Bossa Nova besteht und gerade mal 40,00 € kostet, wobei ich den Versand auch noch drauf lege. Pünktlich zu Heiligabend wird womöglich etwas knapp (ich denke, die Zusteller haben schon Mitte letzter Woche kapituliert), aber die Sachen verderben ja nicht.

Zum Thema:

Heute mal wieder eine Rezension. Gelesen und vor allem gehört habe ich Fleckenteufel von Heinz Strunk (bürgerlich Mathias Halfpape). Als bekennender Strunkianer ist dies nichts, was besonderer Erwähnung würdig wäre, doch hier geht es um die zweite, überarbeitete Auflage des Büchleins von 2018. Nun verhielt es sich so:

Im Jahr 2008 veröffentlichte Charlotte Roche ihren berühmt-berüchtigten Erstlingsroman Feuchtgebiete, welcher tatsächlich im selben Jahr auf Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste aufstieg, welchen ich aber bis dato nicht gelesen habe. Der rührige Rowohlt-Verlag wollte offensichtlich auf der Erfolgswelle mitschwimmen und veranlasste den eindeutig für tabulose Fremdschämschilderungen zuständigen Haus-Autor Heinz Strunk, sein zu diesem Zeitpunkt noch unveröffentlichtes Werk Fleckenteufel diesbezüglich aufzupeppen. Ich bin mir sicher, dass Fleckenteufel zunächst ein weiterer halb-autobiografischer Roman mit Jugenderinnerungen des Autors von Fleisch ist mein Gemüse war, der nun eben um allerhand unappetitliche Details der Verdauung und Anatomie des jugendlichen Protagonisten ergänzt wurde, „weil das jetzt gerade angesagt ist!“ Oder so ähnlich. Ich kaufte mir das Buch samt Hörbuch, damals letzteres allerdings für das iPhone.

Zunächst der Inhalt: Der 16jährige Thorsten Bruhn fährt in den Sommerferien des Jahres 1977 auf eine evangelische Kirchenfreizeit nach Scharbeutz an der Ostsee, zusammen mit einem Rudel Gleichaltriger beiderlei Geschlechts und einigen Erwachsenen. Geleitet wird das Ferienlager von Pastor, Diakon und Gemeindehelfer der heimatlichen Kirchengemeinde. Strunk schildert die (zumeist trivial scheinenden) Begebenheiten und Ereignisse während der Freizeit, aus der Sicht des Sechzehnjährigen als Ich-Erzähler.

Das alles klingt unspektakulär und so bleibt es auch. Aber wie bei vielen Büchern von Heinz Strunk verbindet mich die persönliche Erfahrung (ich bin zudem fast Altersgenosse) mit den geschilderten Geschehnissen. Ich selbst war zwischen den 1970er und 1980er Jahren auf vielen Jugendfreizeiten bzw. Zeltlagern und kann bestätigen, dass diese tatsächlich für eine jugendliche Seele bzw. den Pubertierenden durchaus prägenden Einfluß haben können. Da Heinz Strunk dies auch in anderen Werken erwähnt, darf man seine Schilderungen also zumindest teil-autobiografisch werten.

Seine Beschreibung des Verlaufs der christlichen Freizeit, über die Anreise, die stete Bemühungen des Erzählers, in der Gruppe sozialen Anschluss und eben auch seinen Platz zu finden (was tatsächlich unter Jugendlichen in solchen Situationen essentiell ist), die unzähligen, zumeist kompetitiven Freizeitbeschäftigungen und dabei die oft ziemlich emotionale und eben pubertäre Gedankenwelt eines Sechzehnjährigen sind sehr präzise geschildert und erzeugen im Leser, der eine ähnliche Jugend erlebt hat, jede Menge Flashbacks und Bilder. Hat der damals Tagebuch geführt? Die fast minutiöse Beschreibung eines „Disco-Abends“ auf der Freizeit, vor allem die wirklich treffende Schilderung der Stimmungsdynamik (gibt es sowas? Naja, Ihr wisst schon, was ich meine) aus der Sicht eines jungen Menschen, der gerne bei der Party mitmachen möchte, aber stets den richtigen Moment zwischen cool-daneben-sitzen und sich-ins-Getümmel-werfen-und-mitfeiern verpasst und deshalb in einer dunklen Ecke des Raumes bis fast zum Ende der Veranstaltung alleine sitzen bleibt, ist meines Erachtens ein echtes Meisterwerk! Das kann so nur einer schildern, der derlei schon am eigenen Leib erfahren hat.

Auch die Archetypen aller Reiseteilnehmer, insbesondere der Jugendlichen, sind hervorragend getroffen. Für Harald, Andreas, Susanne oder Tiedemann erscheint in meinem Kopf umgehend das süddeutsche Pendant aus meinen 1970er Freizeiten.

Solcherlei Schreibe ist wirklich eine der ganz großen Stärken Heinz Strunks, die allerdings zumeist nur einer männlichen Leserschaft zugute kommt. Alle Werke von ihm sind – wie schon in einem anderen Beitrag angemerkt – Jungs-Bücher.

Strunk-Romane konsumiere ich am liebsten als Hörbuch. Ich weiß, er hat einen Sprachfehler und verhaspelt sich auch hin und wieder. Aber er lässt diese Fehler einfach im Take und lacht bisweilen über einen besonders verhunzten Aufnahme-Teil („Schön gesungen!“). Und ich stehe eben auf diese Art zu Lesen im trockenen Hamburger Idiom.

Nun fand ich die Erstausgabe des Hörbuchs von „Fleckenteufel“ sehr gut und habe es mir bestimmt ein gutes Dutzend Male auf meinem iPhone angehört. Heinz Strunk ist kein Stimm-Imitator und verfügt nur über einige wenige Stimm-Charaktere, aber die genügen, um die Hörbücher zu genießen, wenn man seinen Stil eben mag. Was mir von vornherein nicht gefallen hatte, waren die expliziten Passagen über dysfunktionale oder auch funktionierende Verdauung und den Zustand von Geschlechts- und sonstigen Körperteilen. Bereits von Anfang an hatte ich das Gefühl, diese Abschnitte seien nur in den Text geschrieben worden, um im Sinne der erwähnten Feuchtgebiete zu „schocken“. Sie bringen auch weder die Geschichte noch sonst irgendetwas voran und wirken genau so, wie es wohl tatsächlich gewesen ist: Dazugeschrieben.

Die Jahre gingen ins Land, der technische Vorsprung der iPhones gegenüber der Android-Konkurrenz verschwand zusehends und ich legte mir vor einigen Jahren mein erstes Nicht-iPhone zu. Damit waren allerdings auch meine schönen Hörbücher auf iTunes gefangen und es hätte allerhand Arbeit bedurft, sie auf mein aktuelles Smartphone zu konvertieren. Ich kaufte mir daher Fleckenteufel erneut.

Hörbücher höre ich auf langen Autofahrten oder zu später Stunde vor dem beziehungsweise zum Einschlafen. So auch die Neuausgabe des Fleckenteufel. Und dass es eine solche ist, und zwar gehörig überarbeitet, fiel mir schon in den ersten Minuten auf. Heinz Strunk hat die Ekel-Passagen allesamt gestrichen, was das gesamte Buch entscheidend aufwertet. Wie bereits erwähnt, waren besagte Passagen zum Einen wirklich eklig, sie wirkten aufgesetzt und im Gesamtzusammenhang eher störend als der Story dienlich. Da ja nach solchen Streichungen allerhand Übergänge korrigiert und Abschnitte neu formuliert werden müssen, war Heinz Strunk auch gezwungen, das komplette Hörbuch neu zu lesen und aufzunehmen. Und hier hat er (meine einzige Kritik an der Neuauflage) nicht immer alle Charaktere so treffend erwischt, wie in der Originalaufnahme. Wahrscheinlich wird dieser Kritikpunkt zunehmend hinfällig, je mehr die Erinnerung an die erste Version verblasst, aber meinen Lieblingssatz, eine Lebensweisheit, die ein übergeduldiger und stets zu laut sprechender Vater seinem Dreijährigen an der Supermarktkasse in Scharbeutz mitteilt „Ja, Konstantin, das wollen alle. Alle wollen gerne Clown sein!“ (Thorsten Bruhn – in Gedanken: „Konstantin! […] Hör nicht auf Deinen Vater! Er hat hiermit – und wahrscheinlich mit allem anderen auch – Unrecht! Keiner will Clown sein. Clowns sind das Allerletzte!“) hat er nicht mehr so unglaublich treffsicher eingesprochen. 

Diese kleine Szene, die sich beim Warten an besagter Supermarktkasse ereignet, während die Helden versuchen, zwei Flaschen Apfelkorn (definitiv ein Geschenk der 1970er an die Jugend!) unauffällig als Minderjährige für eine abendliche Orgie zu kaufen, ist ein gutes Beispiel für Strunks große Kunst in der Beschreibung kleiner, eigentlich unbedeutender Begebenheiten. Da sitzt das Timing und der Ton stimmt! 

Fleckenteufel in der 2018er Neubearbeitung bekommt von mir eine klare Lese- und noch klarere Hör-Empfehlung. Vielleicht nehme ich wirklich mal wieder meinen iTunes-Account in Betrieb und höre mir den oben zitierten Dialog nochmals in der Originalfassung an. Nur so zum Spaß… 

Aber das ist eine andere Geschichte und soll ein andermal erzählt werden.

Euer

Gige 

Auf dem Nachttisch – The Most Requested Bossa Nova & Samba Songs

Liebe Leser,

ich hatte es ja schon geschrieben – ich bin seit nunmehr drei Monaten in die schöne Welt der Bossa Nova und damit einhergehend des Sambas eingetaucht. Und habe mir echt viele Stücke drauf geschafft bzw. mein bestehendes Bossa-Repertoire aufgefrischt. Live-Spielen war ja nicht und ist immer noch nicht.

Nun sind die Realbooks, aus denen wir Jazzer zumindest die Grundlagen unseres Repertoires beziehen, bei den unzähligen Bossas und Sambas etwas dünn bestückt, insbesondere bei der großen Zahl an Kompositionen von Antônio Carlos Jobim, der gefühlt jeden Bossa komponiert hatte. Na gut, sagen wir, jeden zweiten…

Ich habe mir also nach kurzer Recherche „The Most Requested Bossa Nova & Samba Songs“ aus der Verlagsgruppe Hal Leonard gekauft. Hal Leonard ist der weltgrößte Verlag für Sheet-Music aller Art und hält auch die Rechte an den mannigfaltigen Real- und Fakebooks.

Immerhin 61 Bossa-Nova- bzw. Samba-Standards sind in dem ansonsten recht tristen Heft angesammelt. Die Sprache ist mit „English“ angegeben, was aber in keinster Weise ein Nachteil ist, weil es neben den Noten keinerlei Text gibt. Gar keinen. Naja, muss ja auch nicht.

Ich nahm die Gitarre (natürlich die Nylon-Schraddel, siehe diesen Beitrag >>>) auf den Schoß und blätterte erwartungsvoll durch meine Neuerwerbung.

Die Notationen der Songs sind dreizeilig gehalten, wobei die unteren beiden Zeilen die Klaviernotation abbilden (Bass- und Violinschlüssel), während in der obersten Zeile die Gesangsmelodie notiert ist. Über dieser sind Gitarrenakkorde eingetragen. So darf sich dieses Heft „für Klavier, Gesang und Gitarre“ empfehlen. Und das ist Unsinn!

Meines Erachtens hat ein unmotivierter Pianist eine ebenso unmotivierte Version des jeweiligen Songs in eine Software gehämmert und dann die Melodie als separate Spur extrahiert und die Gitarrengriffe mit einem Akkord-Assistenten generiert. Ich denke nicht, dass ein Gitarrist über die Noten/Tabs geschaut hat. Und falls doch, war er nicht besonders gut und auch nicht besonders gründlich.

Bis auf „Wave“ konnte ich in keinem der mir bekannten Songs eine einigermaßen plausible Akkordbegleitung entdecken. Mehr als einmal enthält der notierte Griff eine Erweiterung, die genau NICHT zur aktuellen Melodienote passt. Ich habe es inzwischen dreimal durchexerziert: Ich spiele den erwählten Song vom Blatt (holprig, wie ich es nun einmal nur beherrsche), korrigiere die schlimmsten Fehler der Begleitung und versuche, die kruden Akkorde in irgendeine sinnvolle harmonische Struktur zu bringen. Dass Jobim oder Gilberto ihre Songs mit großem kompositorischen Verständnis geschrieben haben, weiß ich, weil ich schon ein gutes Dutzend ihrer Werke analysiert und noch viele mehr gespielt habe. 

Bin ich mit dieser Übung durch – das Sheet sieht inzwischen durch die ganzen Bleistift-Korrekturen schon arg mitgenommen aus – und habe eine einigermaßen spielbare Version erzeugt, dann suche ich ein paar nette Interpretationen auf Youtube.

Hier wurde ich bis dato schnell fündig. Zumeist pfeifen die virtuosen südamerikanischen Gitarristen jedoch auf die im Heft notierten „Originaltonarten“, so dass ich mit Abhören und -gucken schneller zum Ziel komme, als mit dem Korrigieren und Transponieren der Hal-Leonard-Sheets. Was ein Mist! 

Ich denke, dass die Leute von Hal Leonard mit solchen Heften wieder etwas von den Dollars hereinholen möchten, die ihnen durch das jahrzehntelange Schwarz-Kopieren ihrer Realbooks entgangen ist.

Aber das ist eine andere Geschichte und soll ein andermal erzählt werden.

Euer

Gige 

Auf dem Nachttisch – Fitzek „Der Insasse“

Liebe Leser,

nun ja, “auf dem Nachttisch” ist für die folgende Rezension eher unpassend, denn ich möchte ein Hörbuch besprechen, welches ich ausschließlich während diverser Autofahrten gehört habe. Doch dafür lohnt hier im Blog keine eigene Rubrik. Zur Sache:

Geschenkt bekommen habe ich das Hörbuch “Der Insasse” von Sebastian Fitzek, 6 Audio-CDs, 420 Minuten, gesprochen von Simon Jäger. Das Hörbuch ist 2018 bei Argon erschienen und kostet 19,95 €.

Der Insasse

Ich bin auf den langen Autofahrten eher ein Freund leichter Kost, was mich inzwischen zu einem ausgewiesenen Kenner der Kerkeling-Hörbücher “Ich bin dann mal weg”, “Amore und so’n Quatsch” und “Der Junge muss an die frische Luft” (keine so leichte Kost, aber auch nicht so gut) macht, sowie einiger Strunk-Hörbücher. Nun also erstmals Fitzek.

Die kurze inhaltliche Beschreibung werde ich von Denis Scheck, dem ARD-Bücherwurm, übernehmen. Er kommentiert durchaus treffend (in der ARD-Mediathek nachzusehen):

Auch der neue Fitzek bietet wieder pure sich an Gewalt aufgeilende Prosa. Was mich an diesem Buch über einen Kindermörder und den Vater eines Opfers, der sich in die geschlossene Psychiatrie einweisen lässt, um an den Täter heranzukommen, neben den unerträglichen Gewaltszenen anwidert,  ist seine Sprache – dieselbe Sprache, die das sogenannte „gesunde Volksempfinden“ und seine politischen Repräsentanten sprechen. Was will uns Sebastian Fitzek sagen mit Sätzen wie, Zitat: „Aber da man in Deutschland in einem Rechtsstaat lebte, war bereits die Androhung von Folter strafbar. Selbst einem Monster gegenüber.“ Wäre es besser, nicht in einem Rechtsstaat zu leben? Wäre es besser, wenn Folter legal wäre? Dies ist kein Roman, dies ist eine Kloake.

Ich habe wirklich einige Zeit hin und her überlegt, wie ich meine Eindrücke zu diesem Roman/Hörbuch in Worte fassen soll. Und da es H. Scheck so gut trifft, habe ich ihm die Formulierung überlassen.

Etwa nach der zweiten oder dritten CD hat mich die beschriebene “sich an Gewalt aufgeilende Prosa” derart abgestoßen, dass ich das Weiterhören drangeben wollte. Allerdings – das gebe ich zu – wollte ich wissen, wie es mit dem Hauptprotagonisten weitergeht, auch wenn mir sein Schicksal trotz aller im Buch viel zu ausführlich geschilderten Umstände nicht sonderlich nahe ging. Ein Kritikpunkt, den auch andere Rezensenten so formulierten.

Vorsicht! Im nächsten Absatz stehen einige Dinge, die klugen Lesern (zu welchen ich Euch alle zähle) Hinweise zum Twist der ganzen Geschichte geben könnten. Wer also diesen Fitzek selbst beurteilen möchte, überspringe den nächsten Absatz, welchen ich deswegen auch kleiner schreiben werde.

Das Stöbern in den Rezensionen bei Amazon erwies sich übrigens als böser Fehler, denn ein Rezensent konnte es nicht lassen und erwähnte einen Film, in dem ein ähnlicher Twist wie im vorliegenden Buch vorkommt. Betrachtet man die Szenerie des “Insassen”, ist es nicht allzu schwer, den Streifen zu identifizieren, selbst wenn er nicht wie in der besagten Rezension namentlich erwähnt würde. Und dieses Wissen verdirbt einem dann das letzte bisschen Spannung.

Ende der Spoilerei, weiter im Text:

Mit in Romanen geschilderter Grausamkeit habe ich immer dann ein Problem, wenn in mir der Verdacht aufkeimt, dass der Autor brutale, abstoßende und geächtete Taten sozusagen seinen Romanfiguren “auf den Leib schreibt”, womit man leicht die Verantwortung abschiebt und niederste Triebe der Leserschaft bedienen kann. Ein Mechanismus, der auch in Strunks “Der Goldene Handschuh” mein Missfallen erregte. Wobei Sebastian Fitzek dies im vorliegenden Buch locker toppt.

Als gegen Ende des Romans das Rätsel gelöst (in meinem Fall das Wissen bestätigt) wurde, wäre dies ein guter Moment gewesen, das Buch mit einer kleinen Pointe zu beenden, sozusagen als versöhnlichen Abschluss. Doch nein, über unzählige Minuten wurde jeder der ausgelegten Handlungsstränge breit erklärt zu einem Ende gebracht. Ich hatte mehr als einmal das Bedürfnis, einige Absätze zu überspringen (also vorzuspulen), weil ein unablässiges “Schon gut, ich hab’s kapiert” in meinem Kopf dröhnte.

Was bleibt also von einem Roman, wenn man die Darstellungen unerträglich findet, den Twist erahnt und der Autor zudem einfach nicht zum Ende kommen will?

Ein äußerst schaler Geschmack.

Aber das ist eine andere Geschichte und soll ein andermal erzählt werden.

Euer

Gige

Auf dem Nachttisch – I Got Rhythm

Liebe Leser,

diese Woche muss ich den Spaßverderber spielen. Ich rezensiere ein Werk, das sowohl von der Idee her wie auch vom Inhalt mit besten Absichten und großer Mühe gefertigt wurde, mich in jeder Hinsicht interessiert hat und mir dann letztendlich doch nicht gefiel. Schade.

Es geht um die Graphic Novel “I Got Rhythm” von Caroline Gille (Konzept und Texte) und Nils Schröder (Zeichnungen), Untertitel: “Das Leben der Jazzlegende Coco Schumann”. Das Buch ist 2014 im be.bra verlag (die Kleinschreibung ist vorgegeben) erschienen und kostet 19,95 Euro.

Coco Schumann war (er ist erst 2018 im Alter von 93 Jahren verstorben) ein Jazzgitarrist, der bereits in der Vorkriegsjahren in Deutschland Swing spielte. Er ist aufgrund seiner jüdischen Abstammung im Jahr 1943 in das KZ Theresienstadt, 1944 nach Auschwitz und 1945 nach Dachau verbracht worden, wo er tatsächlich beim sogenannten “Todesmarsch” Richtung Innsbruck von den Amerikanern befreit wurde. Bis zu seiner Befreiung hat ihn die Musik und die damit einhergehende Freundschaft mit Jazzkollegen mehrfach das Leben gerettet. Er war in Theresienstadt Mitglied der Band “Ghetto-Swingers”. Ein unglaubliche und zutiefst bewegende Biografie. Coco Schumann betonte zeitlebens: Ich bin ein Musiker, der im KZ gesessen hat. Kein KZ-ler, der Musik macht!

Ich habe mir viele der Aufnahmen von ihm angehört und muss allerdings feststellen, dass er sicherlich ein sehr guter Gitarrist war, allerdings nicht deswegen eine Jazzlegende. Dies ist leider doch eher seiner Biografie geschuldet.

Eine Graphic Novel ist eine tolle Sache und ein irre aufwändiges Projekt, weswegen es auch von SH und mir eine solche nicht gibt, obwohl da allerhand Ideen im Raum stünden. Vor einigen Jahren bekam ich den grandiosen Band “South Bronx, Dropsie Avenue” des Zeichners Will Eisner geschenkt – seitdem hängt die Messlatte hoch.

Nun also nicht Will Eisner, sondern Gille & Schröder. Ich beginne mit den Texten. Im Bild 3 des Prologs, als der nicht näher spezifizierte Interviewer bzw. der Zuhörer des Protagonisten Coco Schumann einem Konzert des Coco-Schumann-Quartetts im Berlin des Jahres 2012 lauscht, kommt es zu folgendem grandiosen Dialog:

Gast: Großartiger Abend, vielen Dank! Aber sagen Sie mal, wie hat das mit Ihnen und der Musik eigentlich angefangen?

Schumann: Das ist eine lange Geschichte…

Sicher, im Sinne einer Biografie muss man zügig zu Potte kommen, aber auf diese Weise? Niemals! Im Verlauf des Bandes werden oft kleinste Begebenheiten in bester Graphic-Novel-Bildregie über mehrere Bilder durchaus interessant erzählt und das Team lässt sich dabei Zeit. Aber dieser Einstieg ist völlig daneben und hat mein Lesevergnügen spontan getrübt. Ansonsten ist der Erzählstil von Caroline Gille ok und bietet die nötige Abwechslung der Tempi und eine ordentliche Dynamik. Die etwas lexikale Abarbeitung der Biografie prädestiniert das Werk für einen Einsatz im schulischen Umfeld. Das mag jeder werten, wie er will.

Die Zeichnungen/Bilder von Nils Schröder… ach…

Der Mann hat Grafik-Design studiert und inzwischen sogar promoviert und hat die Technik sicher drauf. Was ich an Zeichnungen auf seiner Website gesehen habe, ist sehr gut. Aber hier gefällt mir seine Arbeit nicht. Ich finde die Farbpaletten zum Teil gruselig (grelle Gelb-, Orange- und Rot-Töne), die Technik (Aquarell plus Plaka oder Tempera) gewöhnungsbedürftig (und stets leicht amateurhaft anmutend) und die Darstellung der Gesichter zum Teil unpassend. Stilisierte comichafte Fast-Knollennasen für KZ-Schergen oder ausgemergelte Insassen, dazu noch im Stil eines Schülerzeitungscomics finde ich geschmacklich leicht daneben.

Die Darstellung der Figuren oder auch der Lokationen wechselt zwischen technisch anspruchsvollen und beeindruckenden Aquarellen zu nahezu dilettantisch ausgemalten Blei- oder Filzstiftzeichnungen. Mag sein, dass das heutzutage ein anerkannter Stil für Graphic Novels ist, aber… ganz ehrlich? Ich mag das gar nicht.

So habe ich die 19,95 Euro schon etwas bereut, nachdem ich das immerhin 160 Seiten starke Buch nach einmaligem Durchlesen auf den Stapel gelegt hatte und erst wegen dieser Rezension mal wieder in Auszügen gelesen habe.

Vielleicht überzeugt mich SH tatsächlich, eine seiner Geschichten in gezeichnete Bilder zu gießen. Wie es mir persönlich nicht gefällt (meine rein persönliche Einschätzung, andere Rezensenten vergeben regelmäßig volle Punktzahl für “I Got Rhythm”), weiß ich jetzt schon mal. Jetzt muss ich es ja nur noch besser machen…

Aber das ist eine andere Geschichte und soll ein andermal erzählt werden.

Euer

Gige

Auf dem Nachttisch – Tyll

Liebe Leser,

ich weiß, das häuft sich, pardon, aber ich habe schon wieder ein Buch gelesen. Das waren also zwei in den letzten Wochen. Und jetzt kommt “drei”, glaube ich…

Diesen Satz habe ich wohl im November 2017 geschrieben. Und dann habe ich die Rezension mehr als ein Jahr liegen gelassen, so dass ich sie Euch heute gut abgehangen zum Lesen vorwerfe. Gut, das klang jetzt etwas schräg, pardon. Aber da ich die Beiträge in diesem Blog für genau keinerlei Vergütung erstelle, darf ich mir solchen Schlendrian erlauben. Das Buch ist ja nicht schlechter geworden, nur weil es schon seit über einem Jahr auf dem Markt ist, gell?

“Tyll” von Daniel Kehlmann also. Der Roman ist bei Rowohlt erschienen und kostet in der gebundenen Ausgabe 22,95, als Taschenbuch 12 Euro.

Nun gefällt mir Kehlmanns Schreibe einfach. Klar, Deutschlehrer, Hobby- und professionelle Literaturkritiker können sich wie immer austoben (was sie bei Amazon auch tun), aber ich persönlich fand schon in dem Roman “Ruhm” seinen Erzählstil spannend (die “Vermessung der Welt” werde ich mir noch reinziehen) und genoss die einzelnen Episoden wie auch die Verbindung derselben. Ich freute mich also auf “Tyll”.

Zudem hat das Buch ein grandioses, finsteres Cover, von dem leider der zuständige Künstler nicht auf die Schnelle zu ermitteln ist, das zum Einen Lust auf die Lektüre macht, zum Anderen auch eindringlich darauf hinweist, dass es sich bei diesem Buch eher nicht um eine Sammlung von harmlosen Eulenspiegeleien handeln wird.

Und dann begann ich zu lesen. Daniel Kehlmann hat seinen Tyll, für den selbstverständlich die literarische und wahrscheinlich auch reale Gestalt des mittelalterlichen Till Eulenspiegel Pate stand, in die Frühe Neuzeit versetzt, in das vom Dreißigjährigen Krieg materiell wie geistig und moralisch völlig zerstörte Mitteleuropa. Weil Kehlmann ein hervorragender Schilderer ist, strömt der Verwesungsgeruch des untergegangenen Europa quasi aus jeder Buchseite.

Wie in “Ruhm” verwebt der Autor verschiedene Handlungsstränge mit realen Zeitgenossen und erfundenen Protagonisten durch die Person Tylls, der eben ein Teil der jeweiligen Episode ist und den roten Faden der Erzählung bildet. Bereits das erste Kapitel endet mit einem sehr unerwarteten Twist (was man ahnen kann, wenn man Kehlmann schon einmal genossen hat) und lässt einen etwas baff zurück. Aber das macht süchtig (also zumindest mich), so dass ich das immerhin 480 Seiten starke Werk doch recht zügig durchgelesen habe. Details? Aber ich bitte Euch, so was wird nicht geteasert! Selber lesen, die Taschenbuchausgabe ist bezahlbar.

Ich darf zusammenfassen: Ich persönlich war wieder einmal von einem Kehlmann-Buch beeindruckt und habe “Tyll” gerne und freiwillig in kurzer Zeit durchgelesen. Mancher mag sich an der Vermischung von historischen Tatsachen und Fiktion stören, ich habe es genossen. Und wenn auch missliebige Rezensenten die Schilderungen des Dreißigjährigen Krieges eines Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen (im “Simplicissimus Teutsch“) denen von Daniel Kehlmann vorzieht, bleibe ich dabei. Er hat es (wieder einmal) gut gemacht!

Aber das ist eine andere Geschichte und soll ein andermal erzählt werden.

Euer

Gige

Auf dem Nachttisch – Ein Satz an Herrn Müller

Liebe Leser,

puh, ich bin durch. Einige Wochen für einen einzigen Satz! Gelesen habe ich “Ein Satz an Herrn Müller” von Elmar Tannert. Das Buch ist bei ars vivendi erschienen, hat 256 Seiten und kostet 18,00 Euro. Außerdem ist heute Mittwoch, nicht Dienstag, aber da will ich mal mit mir nicht so streng sein. Zur Sache bzw. zum Buch:

Elmar Tannert ist ein Nürnberger Autor (ok, geboren ist er in München, aber er wohnt schon lange hier), der vor allem durch die Veröffentlichungen von Kriminalromanen (zusammen mit Petra Nacke) bekannt wurde, zumindest in der Region. Und zwei Dinge kann er besonders gut: Krimi und Bier!

[Anmerkung: Ich weiß, dass es die Konstruktion “Er kann Bier” nicht gibt. Aber ich will auch mal schlagende Sätze produzieren, wie es Jung-Journalisten und Werbefritzen andauernd tun…]

Denn auch seine Ausflugsführer in tschechische und fränkische Bierlandschaften erfreuen sich großer Beliebtheit bei der Leserschaft und zeugen von großer Fachkenntnis des Autors auf diesem Terrain.

Nun also “Ein Satz an Herrn Müller”. Als Plot für die Konstruktion eines 245 Seiten langen Textes ohne Punkt (dafür mit genügend Kommas) dient die Anfrage des Ich-Erzählers an Herrn Müller, einen “Gestalter von Wohnräumen und Erfüller von Wohnträumen”, ihm doch eventuell die Wohnung/das Heim so einzurichten, dass dieser Ort ihm sowohl zur Inspiration wie auch eben als Zufluchtsort dienen könne. Allerdings dient diese Anfrage – natürlich – ausschließlich als Anlass für einen 245-seitigen Monolog, welcher seinerseits zur Verarbeitung der kürzlich verflossenen großen Liebe und der Schilderung des eigenen Daseins als Bohémien in der beengten Heimatstadt Nürnberg dient.

[Anmerkung: Beim Begriff “Bohémien” habe ich erst einmal recherchiert, ob es angemessen ist, ihn im Zusammenhang mit dem Autor zu nennen. Doch jetzt scheint er mir anhand der durchaus gelungenen Passagen über Absturz, Trunkenheit, erfüllte und unerfüllte Liebe, die schlecht beheizte Wohnung, die tyrannische Vermieterin und die Abende mit Bier und Bleistift in der Stammkneipe durchaus passend.]

Elmar Tannert hat Skizzen aus seinem Leben und viele Einsichten, Gedanken, Splitter in diesen Satz / das Buch geschrieben. Bisweilen strengt die Vorgabe des “einen” Satzes an, wenn eigentlich ein (Schluss-)Punkt den aktuellen Gedanken zu Ende gebracht hätte. Aber das ist nun einmal die Pointe. Auch ist die immer wiederkehrende Ansprache des imaginären Gesprächspartners und das Eingehen auf dessen mehrfach erwähnte Kompetenzen bisweilen etwas bemüht, um eben den Faden des Buches nicht zu verlieren. Denn eigentlich geht es natürlich nur um eins: Das Leben des darbenden Schriftstellers in der Südstadt unseres beschaulichen Nürnbergs samt der physischen und psychischen Widrigkeiten, denen der freiberufliche Künstler permanent ausgesetzt ist. Übrigens meine Hauptmotivation für die meisten Blogtexte…

Nun kann Elmar Tannert definitiv sehr gut schreiben und da ich selbst des öfteren (wie zum Beispiel in diesem Blog aber durchaus auch an anderer Stelle) mit Texten vor mich hin dilettiere, werde ich sicherlich nicht an seiner makellosen Sprache und seiner Wortkunst herumkritisieren.

Oft trifft er in seinen Schilderungen der Nürnberger Südstadt und seiner durchaus skurrilen Bewohnerschaft sehr gut, so dass sich ein behagliches “ja, den/die/das kenne ich” einstellt, oft aber kippt die schönste Schilderung in ein melancholisches Lamento ob der vergangenen Liebe seines Lebens. Die Frustration zieht sich etwas zu sehr durch das Buch, was leider bisweilen Langeweile erzeugt. Ich möchte daher “Ein Satz an Herrn Müller” als “bedingt lesenswert” einstufen. Da dieser Blog ohnehin nur eine überschaubare Leserschaft erreicht, kostet diese Rezension den durchaus sympathischen Autor somit kein Geld, was prinzipiell nicht Absicht solcherlei Besprechung sein soll.

Äußerst angetan war ich übrigens von Layout und Herstellung des Buches, für die ars vivendi (und sicherlich auch Elmar Tannert) verantwortlich zeichnet. Ein klassischer Satzspiegel (Bundsteg: Kopfsteg: Außensteg: Fußsteg 2 : 3 : 4 : 6), eine gut lesbare Serifenschrift für den Fließtext (Kapitel-Überschriften gibt es ja per se nicht), eine hochwertige Klebung, Schutzumschlag und ein Lesebändchen – alles was das Herz begehrt. Angesichts der völligen Ahnungslosigkeit, mit der von jungen Designern und Medienherstellern heutzutage Drucksachen entworfen und produziert werden, eine wirkliche Oase in der Layoutwüste des Jahres 2018.

Aber das ist eine andere Geschichte und soll ein andermal erzählt werden.

Euer

Gige

Auf dem Nachttisch – Heute hat die Welt Geburtstag

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Liebe Leser,

eine Rezession… äh… Rezension. Ich habe tatsächlich allerhand gelesen in letzter Zeit. Das kommt auch noch, ehrlich jetzt! Aber besprechen möchte ich in diesem Beitrag ein Hörbuch. Ist ja auch bequem, so was kann man en passant beim Autofahren konsumieren. Es geht um “Flake – Heute hat die Welt Geburtstag”. Das Hörbuch ist bei tacheles!/ROOF Music erschienen, umfasst sechs Audio-CDs und kostet 16,99 €.

Flake, bürgerlich Christian Lorenz, ist seit Anbeginn seines Erwachsenenlebens Musiker und seit 1994 der Keyboarder der Band Rammstein. Nun bin ich weder Fan der Band, noch kann ich mit deren Musikstil “Neue Deutsche Härte” besonders viel anfangen. Zudem war mir Rammstein, wohl wegen des skurrilen Videos zum Depeche-Mode-Cover “Stripped” aus dem Jahr 1998 noch in Erinnerung, in dem Aufnahmen der Olympischen Sommerspiele 1936 von Leni Riefenstahl eingesetzt wurden. Und aus den genannten Gründen eben nicht in bester Erinnerung. Aber Flake… das ist eine Type, die muss man gelesen, oder besser noch: gehört haben! Flake war in DDR-Zeiten Punk – was man sich im real existierenden Sozialismus eben so unter Punk vorstellte – und Mitglied der in Vorwendezeiten in der DDR durchaus bekannten Punkband “Feeling B” (B wie Bunk … pardon, der musste sein!). Also zumindest aus seiner persönlichen Geschichte kein Rechter, eher im Gegenteil.

Als Verehrer der Hörbücher des Tanzmusik-Chronisten Heinz Strunk (“Fleisch ist mein Gemüse”) hatte ich so meine Erwartungen an einen weiteren Erzähler, der aus dem Alltag eines Musikers berichtet, auch wenn es diesmal wohl eher die um die glamourösen Abenteuer eines international erfolgreichen Rockmusikers gehen würde, als um die eines sympathischen Muckers im Hamburger Umland.

Doch es kam wie so oft anders. Aber nicht schlecht. In lakonischen Anekdoten ohne zeitliche Reihenfolge – über die Sprünge sollte man sich nicht ärgern, einfach genießen – beschreibt Flake die Gedanken des großen Jungen aus der DDR, der immer nur Musik machen wollte, mit seinen Bandkollegen die kindliche Freude an allen Arten von Pyrotechnik teilte und dann von dem Erfolg der Band Rammstein völlig überrascht wurde. Dass die Band inzwischen einen eigenen Nightliner für die Reisen zu den gigantischen Konzert-Arenen samt Technik-Crew und Koch nutzt und sich sogar einen eigenen Privatjet mieten kann, erfüllt den stets etwas über-bescheidenen und zurückhaltenden Ossi (was an dieser Stelle nicht despektierlich sein soll, er geht selbst damit hausieren) immer wieder mit ehrfurchtsvollem Staunen über den eigenen Lebensweg.

Ein eventueller Voyeurismus über die Exzesse einer hochdotierten Rock-Band auf Tour wird allerdings nicht bedient, was ich persönlich schade finde. Aber derlei Literatur gibt es ja zuhauf, so dass auch die wesentlich weniger beeindruckenden, dafür witzigeren und skurrileren  (ein bisschen viel Komparativ, zugegeben) Erzählungen im leicht naiven, mit Berliner Schnauze vorgetragenen Ton gefallen!

Und wenn dann Flake berichtet, dass es ihm mehr als einmal passiert ist, dass er von der Security nicht als Bandmitglied erkannt wurde, nachdem er nur eben für eine Zigarette den Veranstaltungsort verlassen hatte (man darf ja nirgends mehr backstage rauchen), dann fühle ich eine große Verbundenheit mit dem Autor. Solches passiert mir bei den Jobs mit meiner Tanzkapelle auch regelmäßig.

Aber das ist eine andere Geschichte und soll ein andermal erzählt werden.

Euer

Gige