Liebe Leser,

es ist eine schöne Tradition, dass ich zum Ende des laufenden Jahres einige Zeilen in diesem Blog schreibe. Aber dieses Jahr ist das nicht schön! 2020 war, mit Verlaub gesagt, beschissen! Nach gutem Start mit schönen und lukrativen Gigs im Januar und Februar hat es mir die Laune ab März (die CD-Präsentation „dreipunktnull“ am 14.03. war mein erster Termin, der gecancelt werden musste) gehörig verhagelt. Corona hat jegliche musikalische Ambitionen im Jahr 2020 gekillt. Gut, es sind zwei Tonträger und ein Buch mit meinem Namen darauf erschienen, was sich ja nach einem respektablen Output anhört. Aber wenn man ausschließlich reale Produkte herstellt, die sich eben nicht in digitaler Form erwerben lassen, hat man offensichtlich auf das falsche Pferd gesetzt. Die gute Nachricht: Die Sachen verderben ja nicht…

Nebenbei hat wieder eine Zeitschrift, für die ich zusammen mit Sven Heißler schon viele Comics produziert habe, ihr Erscheinen eingestellt. Na, Ihr wisst ja, schlimmer geht immer.

Nun bin ich natürlich nicht undankbar, dass meine Familie und mein engster Freundeskreis von einer Corona-Erkrankung verschont geblieben sind, doch dies ist zum größten Teil Glück, zum kleineren Teil Vorsicht, aber sicher nicht der allgemeinen Disziplin unserer Bevölkerung geschuldet. Nach nunmehr 10 Monaten Pandemie im Wechsel zwischen Lockdown und Lockerung trifft man immer noch zu viele Zeitgenossen, die offenbar in zwei Realitäten parallel leben! In der einen, in der es aufgrund steigender Infektionszahlen, dauerhafter Überlastung des Gesundheitswesens und einer doch bedeutenden Anzahl von Todesfällen vernünftigerweise gewisse Einschränkungen im Alltag gibt, sowie in der anderen Realität, in der das Coronavirus immer noch in Wuhan, oder vielleicht noch ein bissl im fernen Österreich wütet. Da ist es cool, bei jeder sich bietenden Gelegenheit auf die Maske zu verzichten und seinen Mitmenschen auf die Pelle zu rücken. Es ist unfassbar!

Ganz abgesehen von der üblichen Meute an Aluhut-tragenden Covidioten und Kwerdenkern ist auch der Umgang mit den von den Einschränkungen von Anfang an und dauerhaft Betroffenen, also den Künstlern, Hoteliers, Gastronomen und Veranstaltungs-Leuten, unsäglich. Jede „unbürokratische“ „Soforthilfe“ ist geradezu kafkaesk bürokratisch und niemals zügig. Man hat alleine in Nürnberg gegen knapp 50 Künstler Ermittlungen wegen Betrugsverdacht eingeleitet, weil sie in völliger Unkenntnis tagesaktueller Regelungen im April zwei Anträge auf Soforthilfe gestellt hatten (von denen übrigens der jeweils zweite durchgehend abgelehnt worden war). Die Regelungen zu den angebotenen Hilfen, welche auf der Website der bayerischen Staatsregierungen nachzulesen waren, wurden mehrmals geändert (wirklich!), so dass man sich am besten beim Beantragen einer Hilfe einen Screenshot gemacht hätte… 

Die Vorgabe, dass eine Soforthilfe nur für geschäftliche Liquidität, aber nicht zur Bestreitung des Lebensunterhalts verwendet werden dürfe, ist ein echter Burner. Wäre doch bei Kurzarbeitergeld ebenso sinnvoll, oder?

Zum Dank für das Betteln wird man von den in ihrer Kurzarbeit gebetteten Angestellten in vielen Foren (Web wie Print) heftig angegangen, weil man „keine Rücklagen gebildet hat“, weil man „eben flexibel sein muss“, weil man „etwas Anständiges hätte lernen sollen“ und anderes Kroppzeuch. Dass inzwischen auch so solide Berufszweige wie Karnevalisten und Feuerwerksverkäufer nach Staatshilfe schreien, wird akzeptiert, da diese offensichtlich systemrelevant sind, während Musik, Theater und Film ja aus der Steckdose kommt. Ach, drauf gesch…

Nun sieht es ja trotz aller Fortschritte in Sachen Impfung etc. danach aus, als würde uns das Virus noch einige Monate begleiten. Es scheint, dass die (von mir) vorgeschlagene organisatorische Lösung für den Live-Gig-Stau Verschieben, verschieben! eben doch nicht funktioniert. Wir bleiben also weiterhin bei Ebbe in der Kasse krampfhaft kreativ! Was also tun?

Ein Buch habe ich 2020 geschrieben und veröffentlicht, zwei Tonträger ebenfalls. Möglicherweise hatte ich das schon erwähnt. Habt Ihr die Sachen noch nicht? Dann umgehend bestellen! Eine sehr direkte Hilfsmaßnahme in Corona-Zeiten! Weitere Publikationen werden 2021 folgen, verlegt entweder beim eigenen Verlag HM5 publishing UG oder beim Spurbuchverlag. Oder bei beiden.

Live-Konzerte sind auf absehbare Zeit kaum realisierbar. Ich werde also etwas Neues probieren. Wenn der berüchtigte Technik-Gige einige Grundlagen erlernt hat (ich bin dabei!), wird mein YouTube-Kanal mit mannigfachen Gitarren-Videos überflutet. Diese Videos sind die Teaser für weiterführende Video-Kurse, Streams, Veranstaltungen mit Gast (bevorzugt in der realen Welt, sobald man dies wieder gefahrlos tun kann), Bücher, Tonträger und so weiter. Wer mich dabei unterstützen möchte, den bitte ich um ein Patronat bei patreon.com, wo ich mich unter

https://www.patreon.com/gige_jazz

eingenistet habe. An den Benefits, die ein Förderer genießen wird, arbeite ich im Moment noch, aber die offizielle Eröffnung dieser Aktion werde ich noch gebührend an- und verkünden. Ihr müsst jetzt also noch kein Patron werden. Nicht mehr in diesem Jahr.

Liebe Leser, vielen Dank für Eure Besuche auf dieser Website, für Eure Kommentare und Eure Likes. Ein paar Abonnenten mehr wäre nett, aber das ist nicht so wichtig (By the way: Einem Blog bei WordPress zu folgen kostet nix, auch die Mitgliedschaft in WordPress ist mit keinerlei Kosten verbunden). Jetzt rutscht gut raus aus diesem vermaledeiten Jahr und kommt wohlbehalten in 2021 an! Ich wünsche Euch allen ein frohes und gesundes neues Jahr, in dem wir uns hoffentlich nicht nur auf dem Bildschirm, sondern auch in der realen Welt wieder sehen und hören können.

Aber das ist eine andere Geschichte und soll ein andermal erzählt werden.

Euer

Gige 

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