Indigenous

Liebe Leser,

man hat mich ermahnt, doch zwischendurch mal wieder zu bloggen. Ehrlich, bisweilen treffe ich auch manchen Leser dieses Blogs im realen Leben. Und dieser diesmal (hach, eine gar feine Reihung!) meinte, es müsse doch nicht immer eine mehrseitige Abhandlung sein, ein kleiner Artikel sei besser als nichts. Und wo er Recht hat…

Kürzlich war ich am Freitagabend mal wieder auf deutschen Autobahnen unterwegs. Die Strecke Nürnberg-Paderborn befahre ich seit nunmehr über 30 Jahren, wobei solch lange Gewohnheit die ohnehin triste Route nicht interessanter macht. Ich höre also entweder Hörbücher (irgendwas von Kerkeling oder Strunk) oder Deutschlandfunk. Da meine aktuell eingelegte Strunk-CD (“Fleckenteufel” – mit marginalen Abstrichen: sehr cool) den Dienst quittierte, blieb ich beim Sender DLF hängen und dort in der Reihe “On Stage”. Und aus meinen Boxen erschallte Erstaunliches!

Offensichtlich hatte man einen Hendrix- oder Gallagher- (Rory nicht Liam!) Livemitschnitt mit der Stimme von Lenny Kravitz (allerdings mit sporadischen Intonationsproblemen) gemischt. Geiler (Blues-)Rock im Powertrio mit langen Gitarrensoli!

Obwohl ich glaubte, diesem Sound schon seit nunmehr etwa 30 Jahren entfleucht zu sein, konnte ich einfach nicht wegzappen und quittierte jedes Radioempfangsloch auf der Strecke mit unflätigen Flüchen. Etwa nach einer halben Stunde wurde der Mitschnitt von einem kleinen Wortbeitrag der Redaktion unterbrochen, so dass ich endlich informiert wurde, wem ich da genau lauschte:  

Es handelte sich um ein Live-Konzert der amerikanischen Band Indigenous am 30.6.2017 beim Bluesfestival in Schöppingen. Aus der englischsprachigen Wikipedia ist zu entnehmen:

Indigenous is an American blues rock group that came to prominence in the late 1990s. The band originally consisted of two brothers, Mato Nanji (Maiari) (‚mah-TOE non-GEE‘ vocals and guitar, born 1974), Pte (‚peh-TAY‘ bass guitar), along with their sister, Wanbdi (‚wan-ba-DEE‘ drums, vocals), and their cousin, Horse (percussion).

Die Mitglieder der Band sind allesamt Natives, die moderne und korrekte Bezeichnung für das frühere “Indianer”, zudem bis auf den Cousin an den Percussions (welcher aber nicht in der Powertrio-Besetzung dabei ist) allesamt Brüder.

Was mir so gut am übertragenen Konzert gefallen hat: Es knallt gewaltig und Mato hat auf der Gitarre auch im zehnten Solo immer noch etwas zu sagen, aber es ist schmutzig, rumpelig, dreckig und bisweilen leicht schräg, wenn die Stimmung der Gitarre nachlässt oder auch die Stimme die letzten paar Hertz nicht schafft. Sehr authentisch, zumindest beim gehörten Livemitschnitt. Mein ehrfürchtiges 1970er Staunen ob der “Power” solch reduzierter Besetzung (Hendrix, Gallagher, Clapton…) stellte sich umgehend wieder ein. Ich zappte nicht weg, sondern hörte mir das Konzert bis zum Ende der Sendung an und soeben nochmals in der Mediathek des DLF.

Für alle Blues-, Rock- und Bluesrock-Fans (und alle Rockgitarristen) hat Indigenous wirklich was zu bieten. Ich finde die geil, doch urteilt selbst. Man suche:

deutschlandradio.de – Mediathek – Indigenous

Eine Rezension zum neuesten Asterix gibt’s baldigst.

Aber das ist eine andere Geschichte und soll ein andermal erzählt werden.

Euer

Gige

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