Gedanken zum Jahresende

Liebe Leser,

Gedanken zum Jahresende am 10.01.2017? Naja, etwas spät. Aber immerhin – es ist Dienstag. Seht Ihr, genau hier liegt das Problem! Ich bin einfach zu langsam! Hätte mal mit 10 Fingern tippen lernen sollen, aber in den 1970ern und 1980ern war das mega-out. Daher ist jedes aktuelle Thema obsolet, bis ich es endlich mit meiner Zwei-Finger-Suchsystem-Technik in einen meiner Rechner gehackt habe.

So gibt es an dieser Stelle keinen Rückblick auf 2016, welches für mich persönlich durchaus einschneidende Erlebnisse bot, was die treuen Leser dieses Blogs ja mitbekommen haben (die anderen mögen in den Archiven stöbern) und auch keine tiefschürfenden Gedanken zum noch einigermaßen frischen neuen Jahr 2017. Bleibt gesund. Soviel dazu.

Wenn man das Bloggen nur zum Zeitvertreib und nicht zum Broterwerb bzw. zur Lifestyleprodukt- oder Lesestoffbeschaffung betreibt, geht nun mal letzteres vor (also der Broterwerb) und der Blog leidet unter Schwindsucht und Nahrungsmangel. Demzufolge büßt er auch Leserschaft ein. Unter den Blogs, die ich regelmäßig besuche oder auch nur sporadisch abchecke, sind viele, die mit derselben Malesse kämpfen. Denn geht es zu sehr um die Anzahl von Klicks oder gar Followern, verkrampft sich die Schreibe und es werden übermäßig viele, dafür ggf. kürzere Artikel rausgehauen. Einer meiner Mitstreiter verfasst täglich so viele Artikel, dass während meiner kurzen Bedenkzeit, ob mich das aktuelle Thema interessiert, schon weitere Benachrichtigungen über neue Artikel eintreffen, so dass ich letztendlich alles ungesehen lösche. Das kann nicht der Sinn der Sache sein!

Lobend erwähnen möchte ich Sebastian Flotho (Seppolog) und Manuel Höttges (Dampfbloque), zwei unbeirrbare Streiter für irrelevante Texte in ausgezeichnetem Deutsch. Auch wenn beide ihre Blogs professionell betreiben, machen sie es nicht für schnöden Mammon. Eher für kleines Geld, was ich aber nicht belegen kann. Sehr sympathisch also. Ebenso in meiner regelmäßigen Leseliste geblieben ist Alice Wunder mit Meinedrogenpolitik (ob Mann oder Frau, wer weiß es genau…? Der Name des Blogs ist Programm) und Ede Peter mit seinem inzwischen Textschmiede bezeichneten Blog. Was Ede bisweilen an Humor in seinen Texten (keine Beurteilung der Person, nur des Geschriebenen!) gegenüber den anderen drei Bloggern abgeht, macht er durch Engagement und kompromisslose Ehrlichkeit wett. Und nicht zu vergessen Aaron Püttmann mit Pilotstories – tolle Geschichten, Informatives und schöne Fotos aus dem Cockpit!

So, das war’s dann aber auch mit den Blogs. Versteht mich nicht falsch, bei geschätzt etwa 10.000 Blogschen (Menschen die bloggen) wird es wohl noch einige geben, deren Lektüre sich lohnen mag. Allerdings auch viele, wo dies nicht der Fall ist. Jung, gut aussehend, abgeschlossenes Studium (irgendwas mit Medien), frisch Mama oder Papa geworden, hochwertige Kamera besorgt und der 1000. Unterwegs-mit-Jonas-, Voll-im-Alltag-mit-Sofia- oder Unsere-coole-Patchworkfamilie-Blog geht online. Herrje, der kleine Leon hat einen extragroßen Haufen gemacht – ja, fein! Geht mir sowas von am selbigen vorbei!

Ich bin auf Facebook Mitglied in der Gruppe “Ich blogge – wer liest’s?”, welche vom umtriebigen Seppo (siehe oben) zur Gaudi ins Leben gerufen wurde, ob des unbändigen Selbstdarstellungsdrang der Blogschen (da nehme ich mich nicht aus!) allerdings inzwischen an die 1500 Mitglieder hat. Die natürlich alle schreiben, aber eher selten lesen. Und weil ich ein verantwortungsvolles und fürsorgliches Gruppenmitglied bin, stöbere ich bisweilen durch die angepriesenen Blogs und verteile sporadisch ein “Gefällt mir”. Womit die Frage, wer das alles liest, beantwortet wäre (ich!) und die Gruppe ihre Daseinsberechtigung verliert.

Bei einer dieser Touren stieß ich gestern wieder auf einen jener Blogs, die mich dazu bewegen, hier trotz der bisweilen äußerst mauen Resonanz doch weiterhin zu schreiben. Denn da gibt es (neben unzähligen anderen ähnlichen) eine M., eine selbstbewusste junge Dame, die der Welt ihre erste Woche im neuen Jahr nicht vorenthalten mag. Der Wochenrückblick auf die erste Woche im neuen Jahr. “Ich hoffe es gefällt Euch.” ist der fromme Wunsch zum Beitrag, nicht etwa das bescheidenere aber realistischere “Ich hoffe, es interessiert irgend jemand.” Nach der erschütternden Mitteilung, man sei auf dem Standesamt gewesen, da man im Juli (2017?) heiraten möchte, kommt nach endlosem Text das Geständnis, dass ansonsten in der Woche nichts Aufregendes passiert sei. Ach komm’ – das ist alles? Sieben Tage Nichts, illustriert mit den üblichen Food-Porn- und Lifestyle-Bildern, hochaufgelöst und detailvergrößert? Es ist eine grauenhafte Unsitte unserer Zeit, Nichtigkeiten optisch aufzublasen. Sicherlich, im Internet ist genügend Platz für alle und keiner zwingt mich, derartiges zu lesen. Dennoch, ein schales Gefühl bleibt…

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Na also, geht doch! Die Essenz eines überwiegend inhaltslosen Beitrags mit einem Foto illustriert. Mit aktuellen Effekten, cool!

Im Ernst, liebe Leser, wenn mir nichts einfällt oder ich anderweitig zu tun habe, gibt es auch keinen Blogbeitrag, Dienstag hin oder her.

Ich darf allerdings auf einige neue Beiträge unter

gigeonline.blogspot.de

hinweisen, wo ich mir für diverse Beiträge zur Harmonielehre wirklich den A… aufreiße. Ja, viel Jazz, igitt. Aber durchaus lehrreich und für Gitarristen und sonstige Musiker brauchbar, glaubt mir!

Auf diesen Seiten hier bei WordPress findet Ihr wie gewohnt meine Kommentare zu den unterschiedlichsten Themen, keine Wochenrückblicke mit Bildern meines Daseins als dynamischer Performer. Manchmal darf auch gelacht werden. Um diesem Blog zu folgen, muss man sich bei WordPress registrieren, was nebenbei kostenlos ist und gar nicht weh tut.

Ich wünsche Euch allen ein gesundes 2017! Bleibt mir gewogen und kommentiert meine Beiträge. Soll für gutes Wetter zuträglicher sein, als immer schön den Teller leer zu essen. Und versaut einem nicht die Figur!

Aber das ist eine andere Geschichte und soll ein andermal erzählt werden.

Euer

Gige

Ein Kommentar zu „Gedanken zum Jahresende

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