Wenn Journalisten schwarz arbeiten

Liebe Leser,

nach zwei Wochen Pause (es gab viel zu musizieren und überhaupt) heute mal wieder ein Blogbeitrag. Und es soll ein Beitrag über zwei Menschen werden, die nahezu im Alleingang die Seiten meiner geliebten Tageszeitung mit Inhalt füllen. Heute also nix mit Jazz – muss auch mal sein.

Ihr müsst nämlich wissen, dass ich bereits seit fast 50 Jahren Leser und seit über 20 Jahren Abonnent einer Zeitung aus dem Verlagshaus Nürnberger Presse bin. Früher war es die Nürnberger Zeitung (NZ), heute sind es die Nürnberger Nachrichten (NN), was inzwischen – wie es meine westfälischen Freunde so treffend bezeichnen – “Hupe ist”, da die zwei genannten und wohl noch ein Dutzend weiterer Tageszeitungen in großen Teilen von der Gemeinschaftsredaktion Nordbayern.de erzeugt werden.

Gerne erinnere ich mich an die erste Schlagzeile, die ich als ABC-Schütze in der NZ entziffern konnte: “Droht der dritte Weltkrieg?” Das müsste dann so Ende der 1960er Jahre gewesen sein. Die beruhigenden Worte meiner Mutter “Da musst du jetzt aber keine Angst haben” sehe ich inzwischen durchaus etwas kritischer, denn wie viele meiner Altersgenossen kann ich heute noch die Kräfteverhältnisse NATO vs. Warschauer Pakt aufsagen (1975: Warschauer Pakt: 1.200.000 Soldaten, NATO 800.000… dafür hatten wir mehr Flugzeuge…) und das Sirenengeheule eines ABC-Alarms durchaus von dem einer Entwarnung unterscheiden. Solche essentiellen Dinge werden ja heute an den Schulen nicht mehr gelehrt. Ach, glückliche Kindheitstage…

So hat mich meine Tageszeitung durch den Kalten Krieg, die Zeiten von Perestroika und Wiedervereinigung sowie alle Wirren des ausgehenden 20. und beginnenden 21. Jahrhunderts begleitet. Auch die fortschreitende Digitalisierung und die Tatsache, dass meine Kinder noch heute vergeblich nach dem Home-Menü der Papier-App suchen, ließ mich unbeirrt an meinem Abo festhalten. Was mich jedoch seit geraumer Zeit aufbringt, ist die Tatsache, dass wie schon eingangs erwähnt offenbar die ganze journalistische Arbeit auf den Schultern von Doris Peschke-Ahmend und Arne-Friedrich Prössl ruht. Auf den Seiten 1 bis 8 der NN finden sich nahezu ausschließlich Artikel von Doris (dpa) oder Arne-Friedrich (afp). Nun können beide ja ganz ordentlich schreiben und sind anscheinend zumeist informell auf der Höhe des Weltgeschehens, so dass ich ihre Arbeit an sich nicht weiter kritisieren will. Allerdings spielen sie nicht ganz fair, denn ich finde ihre Namenskürzel des öfteren unter Artikeln, die in diversen Medien auftauchen, welche definitiv rein gar nichts mit der Redaktion Nordbayern.de zu tun haben. Bisweilen schreiben sie auch unter Pseudonym, was aber mit etwas Recherche leicht aufzudecken ist. So wette ich, dass ein mit “Ulrike Schmitt (dpa)” signierter Artikel in Wirklichkeit aus der Feder von Doris stammt und einer von “Traugott Müller (afp)” von Arne-Friedrich.

Ich bin mir nicht sicher, ob ich solcherlei Schwarzarbeit gutheißen mag. Wahrscheinlich gebe ich den Mitarbeitern von Nordbayern.de mal einen Tipp. Unentgeltlich natürlich!  

Aber das ist eine andere Geschichte und soll ein andermal erzählt werden.

Euer

Gige

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s